Dem HC Empor bleibt nur Platz drei / 26:30 gegen Post Schwerin und 20:29 im Duell mit TBV Lemgo beim 6. Jacob Cement Cup / Gastgeber gewinnt Blitzturnier

Schwerin. Hätte man darauf im Vorfeld gewettet, wäre es garantiert ein guter Schnitt geworden. Alles sprach für den TBV Lemgo, den Siebenten der 1. Handball-Bundesliga. Auch wenn die Truppe des ehemaligen Schweriner Trainers Dirk Beuchler wegen den Europameisterschaften in Serbien sowie WM-Qualifikationsspielen gleich ein Quintett fehlte, hatten die Ostwestfalen immer noch sieben Erstliga-Akteure dabei. Darunter den Weltmeister von 2007 Florian Kehrmann sowie die für die EM auf Abruf befindlichen Sebastian Preiß und Jens Bechtloff.

Doch am Ende wurde Lemgo beim gestrigen 6. Jacob Cement Cup nur Zweiter in der Schweriner Sport- und Kongresshalle, verlor gegen den gast-gebenden Zweitligisten SV Post fast sensationell mit 25:28 (12:12). Dritter des Blitzturniers wurde der HC Empor.

„Wir haben ein paar leichte Fehler zuviel gemacht und die Chancen nach unserer 8:2-Führung nicht so genutzt“, lautete die erste Analyse von Sebastian Preiß zur überraschenden Niederlage. Beuchler passte die Backpfeife an alter Wirkungsstätte nicht: „Wenn man unkonzentriert in Angriff und Abwehr ist, kann man gegen einen engagierten Zweitligisten verlieren. Das haben wir schon im Pokal in Nordhorn erlebt. Aber meine Jungs waren auch müde. Wir haben die vergangene Tage sehr hart trainiert.“ Post-Coach Christian Prokop freute sich, „dass es in der Abwehr und beim Tempospiel in der zweiten und dritten Welle schon gut klappt“.

Die Hausherren um den zum „Besten Spieler des Turniers“ gewählten Moritz Weltgen bewiesen ein tolle Moral, als sie einen 2:8-Rückstand (12.) bei einer Spielzeit von zweimal 25 Minuten zur eigenen 11:10-Führung (24.) umwandelte. Nach dem Seitenwechsel stand es 15:14 (29.), einige der 810 Fans skandierten „Abpfeifen“. Aber es sollte sogar noch besser kommen: Post zog auf 23:18 (39.) davon und siegte völlig verdient.

Rostock im Mecklenburg-Duell „noch auf der Landstraße“

Derweil haderte Empor-Trainer Norbert Henke mit der „nicht stimmigen, ungenügend aggressiven Abwehr und der Chancenverwertung. Gegen Lemgo wurden gleich neun ,Hundertprozentige’ vergeben.“

Zum Auftakt waren die Rostocker im Mecklenburg-Duell laut Henke „noch auf der Landstraße“ (11:16 zur Pause). Doch der HCE, bei dem sich Tom Wetzel leicht das Knie verdrehte und darum gegen Lemgo auf der Bank blieb, kämpfte und kam mehrmals bis auf ein Tor heran (18:19, 22:23, 23:24). Dann aber ließ sich Gabor Langhans in der Abwehr von Sven Thormann gleich dreimal vernaschen. Das war’s. „Vielleicht werden wir auf dem Transfermarkt nochmals aktiv“, bemerkte Henke, der auf die Frage nach dem Wann ergänzte: „Ich denke, nächste Woche.“

Statistik

SV Post Schwerin – HC Empor Rostock 30:26 (16:11)

Schwerin: R. Wetzel, Levshin (nicht eingesetzt) – Anclais 7, Chantziaras 6, Weltgen 4/3, Heinze 3, Rauch, Riha 6, Thormann 3, Prothmann 1

Rostock: Schröder, Storbeck (2. Halbzeit) – Gruszka 2, Langhans 7, Bruna 2/1, T. Wetzel 3, Höwt 1, Goede 2, Sadewasser, Meschke 2, Dethloff 4, Zemlin 3
Schiedsrichter: Bolus/Foitzik (Lübeck/Stockelsdorf)
Siebenmeter: Schwerin 3/3, Rostock 2/1 (Bruna verwirft)
Zeitstrafen: Schwerin 2, Rostock 6 Minuten

HC Empor Rostock – TBV Lemgo 20:29 (11:18)

Rostock: Schröder, Storbeck (2. Halbzeit) – Gruszka, Langhans 1, Bruna 7, Höwt, Goede 2, Sadewasser, Meschke 3, Dethloff 1, Zemlin 4/1, Gorniak 2

Lemgo: Dresrüsse – Kehrmann 3, Johansson 1, Werner 1, Dietrich 4, Bechtloff 5, Preiß 2, Hämen 3/2, Hermann 3, Lemke 6, Niemeier 1
Schiedsrichter: Bolus/Foitzik
Siebenmeter: Rostock 3/1 (Bruna und Dethloff scheitern an Desrüsse), Lemgo 2/2
Zeitstrafen: Rostock 6, Lemgo 2 Minuten

NNN – Roland Güttler

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