Ich verschwende an Plan B keinen Gedanken

Rostock. Der Vorsitzende des HC Empor Jens Gienapp im NNN-Interview. Die Traditionsmarke Empor ist in schweres Fahrwasser geraten. Die rote Laterne in der 2. Handball-Bundesliga musste mit in die Winterpause genommen werden. Es droht der Absturz in die Drittklassigkeit. Mit dem HCE-Vereinsvorsitzenden Jens Gienapp führte unser Mitarbeiter Bernd-Dieter Herold ein Gespräch.

Herr Gienapp, der HC Empor steht am Scheideweg. Wird das Team wieder in die Erfolgsspur finden?

Jens Gienapp: Da bin ich ganz optimistisch. Das wird unsere Rückrunde. Unter dem eine sehr gute Arbeit leistenden Norbert Henke, der auch viel mit seinen Mannen spricht, hat die Truppe wieder zueinander gefunden, will und wird die Klasse halten.

Wenn nicht – gibt es einen Plan B?

Daran verschwende ich momentan keine Gedanken. Alle ziehen an einem Strang. Wir werden das Ding schon schaukeln.

Norbert Henke bemängelte die kadermäßige Zusammensetzung. Das sportliche Konzept ist allerdings mit Zustimmung der verantwortlichen Gremien erstellt worden – ein Fehler?

Wenn ich die heutige Entwicklung sehe, ja. Die Mannschaft ist ein Konstrukt zu 70 Prozent des völlig abgetauchten Bernd-Uwe Hildebrandt und zu 30 von Holger Schneider. Da hätten wir früher Einfluss nehmen müssen.

Auch in Fragen der Reaktion auf die aktuelle Tabellensituation?

Das ist ein zweischneidiges Schwert. In der vergangenen Saison hatte sich der HCE durch unnötige Verpflichtungen weit aus dem finanziellen Fenster gelehnt. Wir können halt keine Darlehen für Verstärkungen aufnehmen, müssen immer erst den wirtschaftlichen Rahmen schaffen. Zum anderen hatten wir gehofft, dass der Schalter umgelegt wird.

Wurde er aber nicht. Es schreit förmlich nach einer Rückraum-Neuverpflichtung. Ist die in Sicht?

Daran wird intensiv gearbeitet. Ein gestandener Nicht-EU-Ausländer mit Champions-League-Erfahrung, Deutsch sprechend, könnte uns weiterhelfen. Zudem prüfen wir Weg und Leistungsvermögen ehemaliger Empor-Aktiver.

Abschließend ein Exkurs zum Nachwuchs, über den sich der HCE ja vordergründig entwickeln möchte. Wie geht es da voran?

Nach Jahren der Stagnation ist unter Gunter Funk der richtige Weg eingeschlagen worden. Es tut sich echt etwas. Das ist auch ein Verdienst der sehr guten Arbeit des Fördervereins. Durch vielfältige Maßnahmen und finanzielle Unterstützung ermöglicht er eine wissenschaftlich fundierte Trainingsarbeit inklusive der schulischen und beruflichen Förderung.

NNN – Herold

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