Morgen Abend geht der Überlebenskampf los

Rostock. 2. Handball-Bundesliga: Rostocker brauchen Sieg gegen Korschenbroich! Dem HC Empor Rostock steht in der neuen eingleisigen 2. Handball-Bundesliga das Wasser bis zum Hals. Nach 17 von 38 Spielen ist das Team von Norbert Henke Schlusslicht.Oberkante Unterlippe – so ließe sich auch die Situation beim TV Korschenbroich beschreiben. Der Vorletzte ist morgen um 19.30 Uhr in der Scandlines Arena nach der EM-Pause erster Kontrahent der Empor-Truppe.

„Es ist ein Vier-Punkte-Spiel“, sagt HCE-Kapitän Jens Dethloff mit Blick auf die je 10:24 Zähler. „Jenner“ geht noch einen Schritt weiter: „Was möglich ist, wird gerade bei der EM in Serbien demonstriert. Auch auf der Bank muss man kommunizieren, aktiv das Geschehen auf der Fläche mitgestalten.“

Mit Norbert Henke auf der Trainer-Brücke will der Rostocker Traditionsverein aus der schweren See herauskommen, klaren Kurs Richtung Klassenerhalt aufnehmen. Der 55-Jährige sagt unmissverständlich: „Das können wir nur als Einheit. Von Trikotnummer 1 bis 33 muss jeder eine Schippe drauflegen, ein Rädchen in das andere greifen.“

Henke hat seit seinem Amtsantritt im November intensiv Stärken und Schwächen der Spieler und des Teamworks analysiert: „Wir brauchen nur auf die zusätzlich schwere Hypothek der Tordifferenz zu schauen. Der HCE darf einfach nicht zur Schießbude der Nation werden.“ Erste Maßnahme, um das zu ändern, war – auch um die Last von den Torhütern zu nehmen – die Rückkehr zu einer aggressiven 6:0-Abwehr.

Zweiter Punkt, der Norbert Henke auf die Palme bringt: die Wurfeffektivität. Sie ist inklusive der schlechten Ausbeute der Siebenmeterschützen keinesfalls zweitligatauglich. Zuletzt ließ der Coach im Training Abschlusshandlungen unter Wettkampfbedingungen proben, führte einen Strafkatalog ein: zehn Liegestütz für ausgelassene Chancen. Mit 456 Toren und 529 Gegentreffern (-73) liegt Empor ebenso wie hinsichtlich der Punktausbeute im Tabellenkeller. Summa summarum: Angriff und Verteidigung sind die Hauptbaustellen.

Gebetsmühlenartig nennt der Handball-Lehrer weitere Details: „Wir brauchen einfach ein disziplinierteres Agieren im Positionsangriff, eine bessere Vorbereitung der Abschlusshandlungen. Natürlich kann nicht jeder Versuch ein Treffer werden. Daher muss zur Vermeidung von Tempogegenstößen die Rückwärtsbewegung schneller erfolgen.“

Gerade auswärts – bislang holten die Ostseestädter in fremden Gefilden nur einen Punkt – traten die Mängel auf. „Da ist das vorgegebene taktische Konzept konsequenter umzusetzen. Der Klassenerhalt ist nur auch mit Erfolgen auf fremdem Parkett möglich“, sagt Jens Dethloff und fordert „kühlen Kopf, Fight von Minute eins und von jedem mehr als 100 Prozent“ ein. Morgen gegen Korschenbroich soll zunächst die rote Laterne abgegeben werden.
NNN – hero
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