Dritter Sieg in Folge – die Handballer des HC Empor Rostock haben rechtzeitig die Kurve bekommen.

Der Drittligist bezwang gestern die zweite Mannschaft des TSV Burgdorf mit 26:21 (10:6) und schob sich auf Rang elf – mit nunmehr drei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. „Der Erfolg war überlebenswichtig“, meinte Wolfgang Böhme. Der in Berlin wohnende Ex-Nationalspieler nutzte den Trip in die alte Heimat zu einem Besuch in der Ospa- Arena.

Böhme (68) sah eine Empor-Sieben, die in der ersten Halbzeit Beton anrührte. Kevin Lux und Tim Völzke stellten einen starken Innenblock. Lediglich sechs Gegentore – drei aus dem Rückraum und drei vom Kreis – ließ das Team von Trainer Till Wiechers in den ersten 30 Minuten zu. „Die Abwehrarbeit war grandios“, lobte der Coach. Die gut 700 Fans honorierten die Defensivleistung mehrfach mit Szenenapplaus. Auch für den glänzend aufgelegten Torhüter Leon Mehler war die Deckung „ausschlaggebend für die zwei immens wichtigen Punkte“. Empor zog schnell auf 4:1 (13.) davon. Danach eilte Mehler in die Kabine. Er hatte bei einer Rettungstat seine Kontaktlinse verloren. Thore Jöhnck vertrat denU-19-Nationaltorhüter glänzend. Nach knapp zwei Minuten kehrte Mehler zurück –und behielt auch mit Ersatzlinse den Durchblick. Im Angriff ließen die Rostocker indes viele Chancen liegen. Eine fünfminütige Durststrecke nutzten die Gäste durch einen Hattrick von Johannes Marx zum 4:4. Danach stellte Wiechers im Angriff auf das System um – und der fortan in der Offensive mit sieben Feldspielern agierende HCE hatte fortan wieder alles im Griff. Dabei lief längst nicht alles rund. Auf dem linken Flügel blieb Michael Höwt lange Zeit buchstäblich außen vor. Der oftmals völlig frei stehende Rechtshänder wurde erstmals in der 30. Minute angespielt – und verwandelte zum 10:6-Pausenstand. Nach dem Wechsel kam der Kapitän deutlich häufiger zum Zuge und sorgte mit dem Kempa-Tor zum 24:17 fünf Minuten vor dem Abpfiff für den spielerischen Höhepunkt. Dass aus den zahlreichen Ballgewinnen vor der Pause kein Kontertor entsprang und Empor den Gästen durch eigene Fehler Ergebniskosmetik ermöglichte, fiel angesichts der starken Abwehrarbeit nicht ins Gewicht fiel. „Jetzt in Potsdam nachlegen und dann ist alles gut“, meinte Böhme mit Blick auf das Auswärtsspiel am Freitag. „Und dann hoffen wir, dass es nächste Saison besser wird“, fügte er hinzu.

Stefan Ehlers
(Ostsee-Zeitung)

Statistik:

Empor: L. Mehler, Jöhnck – Meuser 4, Witte, Iliopoulos, Schramm 1, Völzke 1, Höwt 7, Prüter, Mehrkens 1, Lux 1, Breitenfeldt

6, J. Porath 5/2.

Burgdorf II: Ullrich 1,Wilde 1 – Krenke, Veit, Thiele, Krone 1, Baune, Dräger 7, Marx 4, Schröter, Feise 1, Hoffmann

4/3, Büchner.

Siebenmeter: Empor 2/2, Burgdorf II 3/3.

Strafminuten: Empor 4, Burgdorf II 6.