Die Wiedersehensfreude guter alter Bekannter war vor und nach der Partie greifbar, aber auf dem Feld schenkten sich der HC Empor Rostock und die SG Flensburg-Handewitt II gestern Nachmittag nichts. Nach 60 spannenden Minuten vor 700 Zuschauern, die ihr Team bedingungslos unterstützten, behaupteten sich die Gäste mit 31:29 (15:17) und bescherten dem HCE damit die fünfte Niederlage in Folge.

Robin Breitenfeldt – wie Trainer Till Wiechers, Leon Witte und Thore Jöhnck bis zum Sommer in Diensten des Flensburger Juniorteams – wäre nach dem Abpfiff nur allzu gern als Sieger zu seinen alten Kumpels geeilt. So saß er etwas betrübt bei den jubelnden Ex-Kollegen auf der SG-Bank. Trotzdem: „Freundschaften bleiben bestehen“, sagte Breitenfeldt, der einer der besten Rostocker war. Der 19-Jährige wusste aber auch, was schiefgelaufen war: „Im Angriff war’s in Ordnung, aber in der Abwehr müssen wir uns verbessern. 31 Gegentore sind zu viel.“

Das ist leichter gesagt als getan, denn mit sechs, sieben Akteuren, die mangels Alternativen nahezu durchspielen müssen, ist Abwehrarbeit auch eine Frage der Kraft. Und da hatte SG- Trainer Sascha Zollinger den unübersehbaren – und letztlich entscheidenden – Vorteil, über die gesamt Spielzeit munter durchwechseln zu können. Dass sich die Hausherren dennoch bis zum Schluss die Chance auf einen Punkt bewahrten, lag an der überragenden Einstellung der Empor-Sieben.

Dass der Kampfgeist nicht belohnt wurde, ärgerte auch Till Wiechers. Aber: „Wir haben nach unseren Führungen immer wieder leichte Gegentore bekommen, das hat Kraft gekost“, so der Trainer. Der „Hauptschuldige“ dafür war schnell ausgemacht – Danny Nick Baijens. Den 19-jährigen Spielmacher der SG, der 15 Tore erzielte, konnten die Rostocker zunächst gar nicht und später zu selten bremsen.

Verständlich, dass der Niederländer bester Laune war. Im Gegensatz zu Thore Jöhnck. Der HCE- Torhüter ärgerte sich nicht nur über die Niederlage, sondern auch, weil er in der Pause wegen Schmerzen im Arm selbst darum beten musste, das Leon Mehler seinen Platz einnimmt. „Ich kenne das Wurfbild der Flensburger eigentlich ganz gut, aber Baijens, der neu bei der SG ist, hat auch mich überrascht“, gestand der Schlussmann.

So gab’s „zur Begrüßung schon mal die eine oder andere Umarmung“ (Jöhnck), aber auf dem Feld mussten die Freundschaften ruhen. Und da waren die Gäste in der Endabrechnung eben zwei Tore besser, auch wenn selbst SG-Trainer Sascha Zollinger hinterher von einem “glücklichen Sieg“ seiner Mannschaft sprach.

Statistik:

HC Empor: Mehler, Jöhnck – Goldschmidt 2/2, Meuser 6, Witte 4, Iliopoulos, Schramm 2, Höwt 5, Haasmann, Zboril 2, Lux 1, Breitenfeldt 6, J. Porath 1, Y. Schulz.

SG Flensburg-Handewitt II: Lübker, Eilersen – Nielsen 2, Steidtmann 3, Baijens 15/4, Jürgensen, Dibbert 1, Krüger, Runow, Hennig, Louwers 3, Thing, Klein 2, Blockus 5.

Siebenmeter: HCE 4/2, SG 4/4.

Strafminuten: HCE 2, SG 10.

Burkhard Ehlers

(Ostsee-Zeitung)