Die Rostocker Handballer bezwingen die Jungfüchse Berlin mit 32:26 und verteidigen Tabellenführung. Luxemburger Talent zum Probetraining.

Rostock. Es ist selten, dass Trainer rundum zufrieden sind. Till Wiechers war es am Sonnabend. „Wir haben 60 Minuten volle Power erste und zweite Welle gespielt und überragend verteidigt“, schwärmte der Coach des HC Empor nach dem souveränen 32:26-Erfolg über die Bundesliga-Reserve der Füchse Berlin. Mit dem neunten Sieg in Folge verteidigten die Rostocker Handballer ihre Tabellenführung in der3.Liga–und möchten die Spitzenposition nicht mehr hergeben. „Es fühlt sich perfekt an, wo wir sind“, meinte Philipp Asmussen. Zwei Drittel der Saison sind absolviert. Für den HC Empor nimmt die Teilnahme an der Aufstiegsrunde (Stand jetzt ginge es zunächst gegen den West-Vertreter HSG Krefeld) immer konkretere Züge an. Bis zum 1. März müssen Aufstiegsanwärter die Lizenz beantragen.„ Das wäre für alle eine Super Erfahrung, etwas unglaublich Tolles“, meint Asmussen. Sportlich muss Empor den Gang in die Zweitklassigkeit nicht fürchten. Die Hansestädter stellen die mit Abstand beste Abwehr der Liga, haben zu Hause noch keinen Punkt abgegeben und verfügen über das größte spielerische Potenzial. Das wurde auch am Sonnabend gegen die Füchse II deutlich. Es fiel kaum ins Gewicht, dass André Meuser – mit 86 Treffern zweit bester Torschütze seines Teams–erst in der 50. Minute seine Ladehemmung ablegte. Dafür stachen andere Trümpfe. Dennis Mehler und Maximilian Schütze machten das Deckungszentrum dicht. Ole Schramm erledigte seinen Job als vorgezogene Spitze sehr gut, und Tim Völzke sorgte bei Tempogegenstößen für den nötigen Druck. So ging den spielerisch überzeugenden Jungfüchsen nach gelungenem Start die List verloren. Den Berlinern drohte immer wieder Zeitspiel. Ganz anders die Rostocker, die mit schnellen und variablen Aktionen Chancen erspielten. Die frühe Hereinnahme von Philipp Asmussen zahlte sich sofort aus. Der dynamische Linkshänder holte Zeitstrafen und Siebenmeter heraus, schuf Lücken für seine Nebenleute und war selbst torgefährlich. Zudem konnte sich Empor einmal mehr auf die Treffsicherheit seiner Außen Nick Witte (acht Tore, davon vier Siebenmeter) und Mister Hundertprozent Janos Steidtmann (acht Versuche, acht Tore) verlassen. Selbst bei klarer Führung gab Empor bis zum Ende Gas. „Wir hören nicht auf, Tempo zu machen. Das war der Schlüssel“, meinte Asmussen. Empor begeisterte die über 700 Zuschauer in der ausverkauften Ospa-Arena und betrieb einmal mehr Werbung in eigener Sache. Für das Derby gegen die Mecklenburger Stiere aus Schwerin am 31.März in der Stadthalle sind bereits 4200 Karten verkauft. Die gute Arbeit in Rostock hat sich herum gesprochen. Der frühere Empor-Spieler und -Trainer Maik Handschke, der seit knapp zwei Jahren als Sportdirektor für den luxemburgischen Verband tätig ist, weilte unter den Zuschauern. Er brachte einen Probetrainierer mit: U-19-Nationalspieler Dimitri Metrea (18). Der Linkshänder sucht eine neue sportliche Herausforderung und möchte Medizin studieren. Rostock bietet beides.

Empor: Wetzel, L. Mehler–Meuser 2, Steidtmann 8, L. Witte, Schütze 1, Schramm 1,D. Mehler 3,Völzke 1, N. Witte 8/4,Höwt 1,Asmussen 5, Haasmann,Zboril,Mehrkens 2/1.

Füchse II: Deisting ,Genz– Porath 9/5, Gerntke 1 ,Schröder 5 , Düren 1, Bielzer 3 ,Skroblien 3 ,Genty 1,Fritz 2 ,Mißling 1 ,Reineck.

Siebenmeter:Empor6/5,Füchse II 5/5.

Strafminuten:Empor2,Füchse II 8.