Rostocker Handballer setzen sich mit 26:20 durch und bleiben Tabellenführer.

Nach dem zwölften Sieg im 15. Spiel war Till Wiechers „einfach nur megastolz“. Zuvor hatte der Trainer des Handball- Drittligisten HC Empor Rostock am Sonnabend erlebt, wie seine Schützlinge auch die Auswärtsaufgabe bei Handball Hannover-Burgwedel meisterten. Vor nur 167 Zuschauern behaupteten sich die Ostseestädter ungefährdet mit 26:20 (15:10) und grüßen damit bei Saisonhalbzeit von der Tabellenspitze. Für den Coach ist das allerdings „nur eine schöne Momentaufnahme“, zumal in diesem Jahr noch zwei weitere Spiele auf dem Programm stehen. Im niedersächsischen Burgwedel erlebte Wiechers einen relativ entspannten Abend. Nur in der Anfangsphase konnten die Einheimischen dem Favoriten Paroli bieten. Über die Stationen 0:2 (5.) und 6:6 (17.) setzten sich die Rostocker auf 13:8 (25.) ab. Dieses Polster gaben sie in der Folge nicht mehr her. Den Grundstein für den souveränen Erfolg legte Empor in der Deckung, die auch ohne ihren verletzten Chef Stefan Wilhelm kaum ein Durchkommen gestattete. Wenn es die Gastgeber doch einmal schafften, standen sie einem überragenden Leon Mehler im Tor gegenüber. Der U-20-Nationalkeeper hielt, was zu halten war, und noch ein bisschen mehr. „Zurzeit ist es egal, ob Robert (Wetzel/d.Red.) oder ich spiele – einer hält immer gut“, sagte der 19- Jährige, der seine Vorderleute ausdrücklich lobte. Till Wiechers hob den Teamgeist beim Tabellenführer hervor: „Wir sind auf dem Weg, wieder eine große Handball-Familie zu werden.“ Der Trainer hatte allen Grund zur Freude. „Insgesamt haben wir das souverän gemacht, auch wenn wir im Angriff das eine oder andere kleine Problem hatten“, sagte der 35- Jährige. Gegen die offensive 5:1-Deckung der Hausherren taten sich die Gäste mitunter schwer. So wurde André Meuser als Empors bester Werfer komplett in Manndeckung genommen, traf nur ein einziges Mal. Daraus ergaben sich aber Lücken für die Mitspieler, die Felix Mehrkens (4 Tore) und Tim Völzke (3) nutzten. Überdies zeigte sich Rechtsaußen Janos Steidtmann (6)
gewohnt treffsicher, und auf der linken Seite meldete sich Kapitän Michael Höwt mit vier Treffern zurück.
Auch die Rückraum-Einwechsler Leon Witte und Philipp Asmussen fanden sofort eine Bindung zum Spiel. „Gerade Leon hat das nach Verletzung und Zahn-OP richtig gut gemacht“, war Wiechers zufrieden, der auch gestand: „Wir haben im Angriff sicher schon besser gespielt, aber letztlich sind wir nie in Gefahr geraten, diese Partie zu verlieren.“ Witte machte übrigens zehn Minuten vor dem Ende schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Ellenbogen von Philip Reinsch, der daraufhin Rot sah. Am kommenden Sonntag
(17 Uhr, Ospa Arena) können die Rostocker Fans den HC Empor zum letzten Mal in diesem Jahr in eigener Halle erleben. Zu Gast ist dann die Reserve des SC Magdeburg, bei der es beim 24:27 zum Saisonauftakt eine von bisher zwei Niederlagen gab.

 

Statistik
HC Empor: L. Mehler, Wetzel – Meuser 1, Steidtmann 6, L. Witte 2, Schütze 2, Schramm 2, D. Mehler, Völzke 3, N. Witte, Höwt 4, Asmussen 2, Zboril, Mehrkens 4.
Siebenmeter: Burgwedel 1/1, HCE 0.
Strafminuten: Burgwedel 8 + Disqualifikation
Reinsch (50.), HCE 6.