Die Rostocker Handballer bezwingen Hannover-Burgwedel 32:25 und spielen um den Aufstieg

Rostock. Der Schlusspfiff war kaum ertönt, da knallten die ersten Sektkorken. Die Handballer des HC Empor Rostock sprangen, tanzten und sangen vor Freude. Dann streiften sie sich weiße Shirts mit der Aufschrift „ Drittliga-Meister “ über. Aus den Lautsprechern der Ospa-Arena klang der Queen-Klassiker„ We are the Champions “. Geschafft ! Mit einem 32:25 (16:13)-Heimerfolg über Hannover-Burgwedel machte die Truppe von Till Wiechers ihr Meisterstück. Kapitän Michael Höwt konnte das Glück kaum fassen. „Wahnsinn! Vor der Saison hat niemand erwartet, dass wir am Ende ganz oben stehen“, betonte er. Der Erfolgshunger ist noch lange nicht gestillt. Die Rostocker wollen in den Relegationsspielen gegen den West-Sieger HSG Krefeld (11. und 19. Mai)ihre grandiose Saison mit dem Aufstieg in die zweite Liga krönen. „Jetzt kommen noch zwei Endspiele “, freut sich Höwt. Peter Rauch, Präsident des Handball-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ehrte die Mannschaft mit Medaillen, einer Urkunde und einem Wimpel. Der 68-Jährige empfiehlt den Rostockern, den Aufstieg „mit allen Händen“ anzupacken: „So vergleichsweise einfach wie diesmal, in die zweite Liga zu kommen, wird es nächstes Jahr nicht.“ Der langjährige Spieler und Präsident von Post Schwerin ist optimistisch: „Wenn die Mannschaft in Krefeld nicht untergeht, schreien die Rostocker Fans sie im Rückspiel zum Sieg.“ Der Verein hat am Wochenende die finanziellen Voraussetzungen für den Sprung in die Zweitklassigkeit geschaffen. Dank des Engagements mehrerer Unternehmen konnte die Lücke im unteren fünfstelligen Bereich geschlossen werden, bestätigte Klubchef Tobias Woitendorf am Sonntag. Der von Sektduschen völlig durchnässte Till Wiechers griff in der Stunde des Triumphs zum Mikrofon, dankte Fans, Sponsoren, Vorstand und Aufsichtsrat für deren Unterstützung. Dann wandte er sich an seine Spieler .„ Ihr seid grandios. Der mit Abstand größte Dank gilt euch, Jungs!“, sagte der Erfolgscoach. Er wisse seit Wochen, dass sich die halbe Mannschaft mit Blessuren herumplagt. „ Ihr kämpft euch durch und macht einfach weiter. Das ist unfassbar!“, meinte Wiechers, der fast auf den Tag genau vor zwei Jahren von Empor verpflichtet wurde. Er habe mit der Mannschaft unvergessene Momente erlebt, die er in einem Foto-Album festhalten werde, kündigte der 35-Jährige an. Wolfgang Böhme (69), Empor Star der siebziger Jahre, lobte Wiechers. „ Er hat eine richtig tolle Truppe zusammengestellt. Ich bin stolz. Empor ist auf einem guten Weg“, freute sich der zweimalige WM-Medaillengewinner. Die gute Nachricht: Das Gros der Mannschaft bleibt zusammen. „ Wir setzen auf echte Typen und keine Legionäre“, sagt Woitendorf. „Der Teamgeist ist unsere größte Stärke“, meint Michael Höwt. Tim Völzke stimmte zu:„ Das ist eine unheimlich geile Mannschaft. Ich bin stolz, ein Teil von ihr zu sein.“ Ehe der 15. Heimsieg unter Dach und Fach war, musste Empor ein hartes Stück Arbeit verrichten – 8:10,11:10,17:13,17:15,23:19–und dabei buchstäblich über die Schmerzgrenze gehen. André Meuser, der trotz eines geschwollenen Knöchels eine bärenstarke erste Halbzeit spielte, Janos Steidtmann, der beim Zurücklaufen humpelte, aber dennoch nicht ausgewechselt werden wollte, und der ebenfalls angeschlagene Philipp Asmussen quälten sich durch. „Da sieht man, mit was für einem Willen die Leute dabei sind“, meinte Linksaußen Höwt, der den verletzten Nick Witte glänzend vertrat. Die 750 Fans in der ausverkauften Ospa-Arena sprangen bei jedem Treffer freudestrahlend auf und feierten ihr Team mit stehenden Ovationen. Philipp Asmussen, der in den Schlussminuten auf der Bank saß, genoss die Atmosphäre. „Das ist unglaubliches Gefühl. Ich habe durchgehend gelächelt und versucht, so viele Eindrücke wie möglich aufzusaugen“, sagte der Linkshänder, ehe er mit seinen Teamkollegen um die Häuser zog. Im Café M und im LT-Club sangen und tanzten die Rostocker zur Empor-Hymne und zum Marteria-Song„ Mein Rostock“. Nach der rauschenden Meisterfeier ist der Fokus ab heute auf Krefeld gerichtet. Asmussen: „Jetzt geht es um Alles!“

HC Empor: Wetzel, L. Mehler–Meuser 5,Steidtmann 5, L.Witte 2, Schütze 1, Schramm 1,D. Mehler 1,Völzke 5, Höwt 6/2, Asmussen 2,Haasmann 1, Zboril 1,Mehrkens 2/2.

Hannover-Burgwedel: Kinzel , Wendland–Michailidis 2,Kastening 4/1, Koch, Bergmann 1,Behnke 1,Bilbija 5, Reinsch 1,Antonevitch 7/2, Dunekacke 4.

Siebenmeter: Empor 6/4,Burgwedel 5/3.

Strafminuten: Empor 8, Burgwedel18.