Rostocker Handballer gewinnen Relegationshinspiel in Krefeld mit 24:23 / Starke Schlussphase der Gäste

Krefeld. Noch einmal Vollgas, dann soll es geschafft sein: Der HC Empor Rostock hat die Tür zur 2.Handball Bundesliga weit aufgestoßen. Die Schützlinge von Trainer Till Wiechers gewannen am Sonnabend das Relegationshinspiel bei der HSG Krefeld mit 24:23 (10:10)und stehen damit kurz vor einem Aufstieg, den vor der Saison niemand für möglich gehalten hat. Das Rückspiel steigt am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr in der Stadthalle. Gegen den bis dahin daheim unbesiegten Meister der Drittliga Weststaffel beeindruckten die Ostseestädter vor 2410 Zuschauern in der ausverkauften Krefelder Glockenspitzhalle mit einer abgeklärten Vorstellung. Till Wiechers hatte den Gegner ausführlich analysiert– das sollte sich auszahlen. Sein Team, das anderthalb Stunden vor dem Anpfiff von etwa 100 eigenen Fans frenetisch empfangen wurde, beeindruckte die HSG-Sieben mit einer 6:0-Abwehr der Extra-Klasse. Dahinter vernagelte der überragende Schlussmann Robert Wetzel seinen Kasten, brachte die Hausherren schier zur Verzweiflung. „Ich bin glücklich über dieses Ergebnis“, zeigte sich Wiechers nach dem Abpfiff erleichtert. Auch Rechtsaußen Janos Steidtman war „froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben“. Wetzels Dank galt den Fans, die einmal mehr wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft standen. Die ließ sich in keiner Phase aus der Ruhe bringen. Dabei nahm die Partie nach verhaltenem Beginn (4:3/17.) bei wechselnden Führungen erst nach und nach Fahrt auf. Wie gefestigt die Empor-Truppe mittlerweile ist, zeigte sich nach dem Wechsel, als die Gäste aus dem Nichts auf drei Tore enteilten (17:14/44.). Nur sieben Minuten später führten die Rostocker mit 19:18, um den Auswärtssieg in der Schlussphase unter Dach und Fach zu bringen. „Wir haben es wieder einmal am Ende gerichtet. Jetzt müssen wir es noch einmal genauso machen“, gab Empors verletzter Spielmacher Robin Breitenfeld die Richtung vor. Die Krefelder geben sich unterdes noch nicht geschlagen. Trainer Ronny Rogawska hält im Rückspiel„ vieles für möglich“. Dann wird auch HCE-Kapitän Michael Höwt noch einmal alles geben. Der Linksaußen, der in der gesamten Saison im Schatten des derzeit angeschlagenen Nick Witte stand, sprang wie schon im letzten Heimspiel gegen Burgwedel in die Bresche und avancierte mit sechs Treffern zum besten Werfer der Partie. Keineswegs selbstverständlich in Anbetracht der Tatsache, dass ,Höwti‘ seine leistungssportliche Laufbahn am kommenden Sonntag beendet. Viel Aufsehen wollte der 29-Jährige ob seiner Leistung aber nicht machen. „Das ist einfach eine geile Mannschaft. Jeder opfert sich für jeden, und ich gehöre dazu.“ Punkt. Jetzt wollen Höwt und Co. den letzten Schritt in Richtung 2. Bundesliga gehen. Dabei zeigte die verhaltene Freude nach dem Abpfiff in Krefeld, dass die Mannschaft weiß,  dass der zweite Schritt aussteht. „ So ein Sieg ist schön, aber noch keine Garantie. Wir müssen das Ganze jetzt auch vollenden“, blickte Felix Mehrkens voraus. Wenn das geschafft ist, wollen die Rostocker am Sonntag gegen 18 Uhr mit 4600 Fans in der Stadthalle ein rauschendes Aufstiegsfest feiern. HSG Krefeld: Nippes, Jaeger – Schiffmann 2, Woestmann 1, Janus, Goerden 2,Roosna4,Vonnaahme,Gentges,Kuhfuss, Liesebach, Zimmermann 5, Ciupinski 2,Brueren 4/1,Hansen 3.

HC Empor: Wetzel, L. Mehler – Meuser 3, Steidtmann 2, L. Witte 3, Schütze 2, Schramm 2, D. Mehler, Völzke 2, Höwt  6/3, Asmussen 3, Haasmann, Zboril, Mehrkens1/1.

Siebenmeter: HSG 2/1,Empor 5/4.

Strafminuten: HSG 10,Empor 12 inklusive Rot gegen Schütze nach der dritten Zeitstrafe(59.).

Spielfilm:4:3(17.),7:9(27.),10:10–14:12 (37.), 18:15 (45.), 19:19 (51.),