Rostocker Handballer bezwingen TSV-Burgdorf II mit 34:27 und fahren am Donnerstag als Spitzenreiter nach Hildesheim.

Mit einem Lächeln auf den Lippen machte sich Ole Schramm nach dem Schlusspfiff auf den Weg in die Kabine. Der Grund für die gute Laune: Als sechsfacher Torschütze hatte der Rückraumspieler des HC Empor maßgeblichen Anteil am 34:27 (21:14)-Erfolg der Rostocker Handballer über die Bundesliga Reserve des TSV Hannover-Burgdorf. Ein Sechserpack war dem 19-Jährigen in dieser Saison noch nicht gelungen. „Von daher freue ich mich sehr, aber alle haben super gespielt. Das war eine überragende Mannschaftsleistung“, meinte Schramm bescheiden. Mit dem 14. Sieg im 14. Heimspiel warfen sich die Ostseestädter für das Drittliga-Topduell am Donnerstag beim bisherigen Tabellenführer Hildesheim warm, der gestern in Magdeburg patzte. Empor reicht nunmehr ein Unentschieden, um die Spitzenposition zu verteidigen. Trainer Till Wiechers freut sich auf das Gipfel treffen. „ Das wird ein gigantisches Spiel, indem es um alles geht“, schwärmt er. Wiechers konnte am Sonnabend vor allem mit der Vorpausenleistung zufrieden sein. Die Gastgeber spielten in den ersten 30 Minuten wie aus einem Guss – schnell, variabel und immer mit dem Blick für den freien Mann. Das war klasse! Nach der furiosen ersten Halbzeit zog Schlendrian ins Spiel der Rostocker ein. Die Niedersachsen nahmen die Einladungen dankend an, verkürzten auf 20:25 (43.) und besaßen durch Johannes Marx(Konter an den Pfosten) sogar die Chance zum 21:25. Wiechers platzte der Kragen. Der 35-Jährige nahm eine Auszeit und machte seinem Unmut lautstark Luft. Ein Weckruf zur rechten Zeit. Schramm und Janos Steidtmann bauten den Vorsprung auf 27:20 aus–und bei Wiechers war der Ärger schnell wieder verflogen. Bei der Pressekonferenz hob er hervor, „dass wir sofort wieder Energie hatten, um uns abzusetzen“. So war der vorletzte Heimauftritt der Saison nicht spannend, aber für die 750 Zuschauer in der ausverkauften Ospa-Arena dennoch unterhaltsam. Robert Wetzel parierte mehrfach großartig. Leon Mehler, der am Abend zuvor beim 35:26-Erfolg der deutschen U-21-Auswahl über Tschechien eine Halbzeit lang zum Einsatz kam, gewann zwei Siebenmeterduelle. Bei den Außen Leon Witte und Steidtmann war jeder Wurf ein Treffer . Philipp Asmussen traf mit einem Fernwurf ins verwaiste Gäste-Tor zum 29:21. Wetzel und Tim Völzke scheiterten bei der artigen Versuchen an Latte beziehungsweise Pfosten. Den krönenden Schlusspunkt setzte Maximilian Schütze der waagerecht in der Luft fliegend den Ball zum 34:27  in den Winkel zimmerte. Nun ist der Fokus auf das Spitzenspiel gerichtet. „Wir haben eine überragende Saison gespielt“, meint Leon Mehler. „Alle haben Selbstvertrauen, auch wenn wir mal verloren haben. Wir müssen es am Donnerstag einfach nur auf die Platte bringen.“ Auch Ole Schramm freut sich auf den Auftritt beim Verfolger: „Das wird ein geiles Spiel, ein kleines Finale.“ Dann verschwand er in der Kabine.

Empor: Wetzel, L. Mehler – Meuser 5, Steidtmann 6, L. Witte, Schütze 3, Schramm 6, D. Mehler 1, Völzke 4, N.Witte 6/1, Höwt, Asmussen 1, Haasmann 2, Zboril, Mehrkens.

Burgdorf II :Wernlein, Oelkers–Krenke 2, Krone 2, Baune, Dräger 8/3, Weiß 4, Marx 1, Donker 5, Schröter 1, Feise 3, Heidmarsson 1.

Siebenmeter: Empor 1/1, Burgdorf II 8/5.

Strafminuten: Empor 8, Burgdorf II 6.