Rostock. Handballspiele wie das des HC Empor Rostock gegen die HSG Ostsee Neustadt/Grömitz am Freitagabend erlebt man nicht alle Tage. Und so war die furiose Aufholjagd, die mit dem nicht mehr für möglich gehaltenen 28:27-Erfolg endete, war auch am Wochenende bei Handball-Fans das Gesprächsthema. „Das ist eines der Spiele, die ich nicht vergessen werde. Ich hätte nicht gedacht, dass die Mannschaft den Rückstand noch wettmachen kann“,meinte der langjährige Empor-Nachwuchsvorstand Jürgen Penthien, der in der Ospa-Arena Augenzeuge des Spektakels war. Es ist nicht überliefert ,was Till Wiechers seinerMannschaft mit auf den Weg gab, als er 17Minuten vor Spielende eine Auszeit nahm und eine Ansprache hielt. Fakt ist, dass die Gastgeber mit 17:25 hinten lagen und kaum einer der 700 Zuschauer daran glaubte,dass in dieser Partie noch zwei Punkte für den HC Empor rausspringen könnten. „Ich habe versucht,dieMannschaft aufzubauen. Ich denke während des Spiels nicht daran, was noch passieren könnte, sehe immer die aktuelle Situation,aus der wir das Beste machen wollen“, berichtete Till Wiechers. Die Gastgeber,die als Tabellenführer der Nordstaffel gegen den Aufsteiger aus Ostholstein klar favorisiert antraten, taten sich extrem schwer. Das 1:0, das Empors Rückraum-Kanonier André Meuser kurz nach Spielbeginn erzielte , sorgte für die einzige Führung der Hausherren. Ansonsten lagendie Gäste vorn, die gut gestaffelt standen und mit ihren Chancen besser umgingen als die Rostocker.Hätte nicht Leon Mehler, der in der ersten Halbzeit das Tor des HCE hütete, zahlreiche Würfe (darunter zwei Siebenmeter)entschärft wäre die HSG mit einer höheren als der 1 7:13-Führung in die Halbzeit gegangen. Der Vorsprung der Mannschaft von Trainer Thomas Knorr ,wuchs nach dem Seitenwechsel auf bis zu acht Treffer (17:25/43.Minute). Dann erwachte der HCE . Tor um Tor machte die Wiechers-Truppe wett. Schon beim Ausgleichstreffer zum 27:27, den Philipp Asmussen anderthalb Minuten vor Spielende erzielte, waren die Fans auf den Rängen kaum zu halten. Als Empor dem Gegner dann den Ballabnahm und sich Felix Mehrkens 62 Sekunden vor der Schlusssirene mit starkem Einsatz den Torerfolg verdiente, bebte die Arena unter dem Jubel der Fans. „Dieser Sieg zeigt, wie groß der Teamgeist bei uns ist. Wir haben nie aufgesteckt. Je geringer der Abstandwurde, desto mehr haben uns die Fans getragen. Es war toll dabei zu sein und zu erleben, was möglich ist“, meinte Aufbauspieler Mehrkens–völlig platt, aber überglücklich.