Till Wiechers tat nach der 26:30-Heimniederlage gegen den TSV Altenholz, was er auch angesichts mäßiger Leistungen seiner Schützlinge immer tut: Der Trainer des HC Empor stellte sich demonstrativ vor seine Mannschaft. Er lobte die kämpferische Leistung, das Aufbäumen seiner Truppe. Die Frage nach Konsequenzen des drohenden Abstiegs des Rostocker Traditionsvereins stellt sich nach seiner Ansicht nicht. „Wir haben noch sieben Spiele. Und diese Spiele wollen und werden wir nutzen, um den Klassenerhalt perfekt zu machen.“

Mag sein, dass das Spiel gegen den Tabellenzweiten aus Altenholz nicht der Maßstab ist, an dem die junge Rostocker Mannschaft gemessen werden darf. Und dennoch: Nach der Top-Leistung im Spiel gegen Spitzenreiter HSV Hamburg, den der HCE in der Vorwoche phasenweise beherrschte und gegen den er am Ende unglücklich mit 19:20 verlor, herrschte eine gewisse Erwartungshaltung. Wer Hamburg vor 3500 Fans ärgern kann, sollte das gegen Altenholz auch können.

Diese Rechnung ging leider nicht auf. Denn die Rostocker leisteten sich einfach viel zu viele Fehler. „Wir haben nicht annähernd an die Leistung aus dem Spiel in der Vorwoche anknüpfen können“, ärgerte sich Kevin Lux. „Uns fehlt es an Konstanz, nicht aber an Willen und Einsatzbereitschaft“, fügte der Kreisläufer hinzu. „Vielleicht ist der Druck für die ganz Jungen zu groß. Aber alle wollen das packen. Jetzt kommen nur noch Endspiele“, mahnte Tim Völzke (28).

Die Gastgeber begannen nervös. Allein in den ersten 30 Minuten leisteten sie sich acht Abspiel-, Fang- oder Schrittfehler. Dass sich der Rückstand zur Halbzeit beim 13:15 in Grenzen hielt, war erstaunlich. Symptomatisch für das Dilemma der Rostocker war der letzte Angriff vor der Pausensirene: Die Rostocker hatten dem Gegner den Ball abgejagt und schnell auf Angriff umgeschaltet. Ole Schramm sprintete in die Altenholzer Hälfte, wurde toll angespielt. Doch er semmelte den Ball unbedrängt nur an den Pfosten.

„Wir hatten uns für die zweite Halbzeit mehr vorgenommen, wollten den Druck erhöhen, unsere Chance suchen“, berichtete Wiechers. Der Plan ging nicht auf. Denn der Rückstand gegen die kompakten und cleveren Altenholzer wurde größer. Nicht mal zehn Minuten nach Wiederanpfiff war der TSV auf 21:14 enteilt. Empor steckte dennoch nie auf. Das Manko nach dem Seitenwechsel: die Torausbeute – 18 Chancen blieben ungenutzt.

Statistik:

HC Empor: L. Mehler, Jöhnck – Meuser 2, Witte 1, Iliopoulos, Schramm, Völzke2, Höwt 1, Haasmann 2, Mehrkens, Lux 4, Breitenfeldt 6, Lehwald 2, J. Porath 6/3.

TSV Altenholz: Schröder, Landgraf – Fängler 2, Ottsen 3, Köpke 3, Klotz, Voigt 5/5, Nicolaisen 1, Abelmann-Brockmann 1, Bergemann 4, Diringer 5, Möller 5.

Siebenmeter: HCE 3/3, TSV 5/5.

Strafminuten: HCE 4, TSV 2.

Christian Lüsch

(Ostsee-Zeitung)