Empor bezwingt starke Magdeburger Reserve mit 32:30

Rostock. Das war ein gewaltiges Stück Arbeit: Handball-Drittligist HC Empor Rostock hat gestern durch einen schwer erkämpften 32:30(17:16)-Sieg gegen die Bundesliga-Reserve des SCMagdeburg die Tabellenspitze in der Staffel Nord zurückerobert. Damit gelang nicht nur der neunte Erfolg im neunten Heimspiel, sondern auch eine Antwort auf den Sieg von Eintracht Hildesheim. Der nunmehr wieder punktgleiche Verfolger hatte sich am Freitagabend nach einem 26:21 über den DHK Flensborg vorübergehend an die Spitze gesetzt. 750 Zuschauer feierten ihre Lieblinge in der erneut ausverkauften Ospa Arena nach dem Abpfiff euphorisch. Gegen einen ebenso jungen wie spielstarken Gegner mussten die Rostocker einmal mehr alle Reserven in die Waagschale werfen, um die beiden Punkte zu verbuchen. Sie taten das ungeachtet der Hiobsbotschaften im Vorfeld. Zunächst meldete sich Kapitän Michael Höwt mit Magen-Darm-Beschwerden ab, dann musste Torhüter Robert Wetzel mit Sehbeschwerden passen –drei Stunden vor dem Anpfiff. So trug Leon Mehler diesmal die alleinige Verantwortung zwischen den Pfosten. Er meisterte die Situation–Robin Breitenfeldt und Stefan Wilhelm fallen bekanntlich die gesamte Saison aus–wie das gesamte Empor-Team, das wiederum mit enormem Willen überzeugte. Allerdings hatten die Hausherren auch mit einigen Unzulänglichkeiten zu kämpfen –Stichwort Chancenverwertung. Zum anderen agierte die blutjunge Magdeburger Reserve mit einem Durchschnittsalter von unter 20 Jahren ohne jeden Respekt vor dem Tabellenführer, bereitete dem Primus mit beweglichem und ballsicherem Spiel einige Probleme. So entwickelte sich ein ebenso spannendes wie hochklassiges Drittliga-Spiel, in dem Empor erstmals in dieser Saison 30 Gegentore kassierte. Während Tim Völzke „einen fehlenden Zugriff in der Deckung“ ausgemacht hatte, zollte Linksaußen Nick Witte dem Gegner „Megarespekt“. Den hatten sich die Magdeburger redlich verdient, denn sie ließen sich in keiner Phase wirklich abschütteln. „Was beide Teams im Angriff geboten haben, war klasse“, befand Empor-Coach Till Wiechers. Sein Gegenüber Vanja Radic freute sich trotz der Niederlage über „leidenschaftlichen Handball von beiden Mannschaften“. Nutznießer waren die Fans, die ihrem Jubel nach dem 32. Treffer, den Tim Völzke mit der Schlusssirene erzielte, freien Lauf ließen. Vor den Feiertagen müssen die Rostocker noch einmal ran–am kommenden Sonnabend beim Oranienburger HC. Das nächste Heimspiel steht nach fünf Wochen Pause am 27.Januar an. Dann ist der Tabellen achte HSV Hannover zu Gast in der Ospa Arena.

HC Empor Rostock:L.Mehler–Meuser 5, Steidtmann 6, L. Witte, Schütze 1, Schramm 3, D. Mehler 4, Völzke 3, N.Witte9 /3, Asmussen,Haasmann, Zboril, Mehrkens 1.

SC Magdeburg II: Diedrich, Döhler – Reimann 3, Bransche 2, Gehlert, Kurch 2, de la Pena 5, Musrafic, Danowski 6, Danneberg 3, Hack 3, Neuhaus 5/1, Lößner.

Siebenmeter: Empor4/3, SCMII 2/1.

Strafminuten: Empor 6,SCMII 10 plus Rot gegen Kurch (Foulspiels/54)