Till Wiechers war nach dem Schlusspfiff sichtlich erleichtert. „Endlich Pause! Das war die allerletzte Kraft, die wir mobilisiert haben“, meinte der Trainer des HC Empor gestern nach dem 24:17 (11:9)-Erfolg über MTV Braunschweig. Die Rostocker Handballer verteidigten nicht nur ihre blütenweite Heimweste, sondern auch die Tabellenführung in der 3. Liga. Wiechers belohnte die Superserie seiner Truppe mit einer Woche trainingsfrei.

„Gut, dass jetzt Pause ist“, atmete Janos Steidtmann durch. Ähnlich sah es Ole Schramm. „Wir hatten drei Spiele innerhalb von sieben Tagen. Das ist relativ viel. Das merkt man körperlich und mental“, meinte der Rückraumspieler, der erste Akzente setzte. Mit zwei schönen Einzelaktionen brachte er die Gastgeber mit 2:0 in Führung.

Danach trat Linksaußen Jakub Zboril, der erstmals in der Start-Sieben stand, in Erscheinung. Nach einem Lattenwurf der Gäste schnappte sich der Tscheche den Ball, sprintete auf und davon und vollstreckte mit einem Sprungwurf zum 3:1. „Ich bin froh, dass mir der Trainer die Chance über 60 Minuten gegeben hat“, meinte Zboril.

Doch der vielversprechende Start erwies sich als Strohfeuer. Die Fehlerquote schnellte in die Höhe. Das Fehlen von Torjäger Robin Breitenfeldt (Knorpelschaden im Knie) machte sich bemerkbar. Zudem war offensichtlich, dass die englische Woche kraftraubend war – physisch wie psychisch.

Der MTV glich aus und blieb auch in der Folgezeit auf Augen­höhe mit dem Spitzenreiter. Empor-Trainer Wiechers probierte im Angriff viel aus und schickte schon im ersten Durchgang bis auf Michael Höwt seinen kompletten Kader aufs Feld. Leon Witte feierte nach überstandener Knieverletzung sein Comeback. Fabian Haasmann, der wie Zboril in den vergangenen Spielen kaum zum Zuge kam, bekam ebenfalls Einsatzzeit.

Bis zum 13:13, das der beste Braunschweiger Philipp Krause (10/5 Tore) erzielte, war die Partie völlig offen. Doch dann folgte die beste Rostocker Phase, in der vor allem zwei Spieler herausstachen: Ole Schramm und André Meuser. Mit je zwei Treffern zum 17:13 (47.) brachten sie ihr Team auf die Siegerstraße. Endlich war richtig Stimmung in der Bude.

Und es wurde noch besser. Felix Mehrkens, der für Breitenfeldt auf der Spielmacherposition zum Einsatz kam, erhöhte mit einem Siebenmeter auf 18:13 (48.). Einmal in Fahrt, gab es für die Gastgeber kein Halten mehr. Immer wieder fanden die Hausherren Lösungen gegen die 5:1-Abwehr der Gäste. Jeder Treffer wurde von den 750 Fans in der Ospa-Arena bejubelt. Die Torhüter Leon Mehler und Robert Wetzel heizten mit zum Teil spektakulären Paraden die Stimmung weiter an. Die Rostocker gerieten nicht mehr in Bedrängnis.

„Ich bin richtig stolz, dass wir das am Ende so souverän gepackt haben“, freute sich Till Wiechers. Der HCE-Trainer wandte sich mit Blick auf das nächste Spiel am 16. November gegen die HSG Ostsee an die Fans: „Dann machen wir da weiter, wo wir aufgehört haben und holen alle zusammen die nächsten zwei Punkte.“

Empor: L. Mehler, Wetzel – Meuser 6, Steidtmann 1, L. Witte, Wilhelm 1, Schütze 1, Schramm 5, D. Mehler, Völzke, N. Witte 2/2, Asmussen 2, Haasmann 1, Zboril 1, Mehrkens 4/2, Höwt.

Braunschweig: Panzer, Krka – Karaula 1, Pedryc, Ranogajec, Alex 1, Wolters 1, Krause 10/5, Nikolayzik 1, Giese 2, Berthold 2, Donner.

Siebenmeter: Empor: 4/4, Braunschweig 8/5.

Strafminuten: Empor 6, Braunschweig 8.