Der 20-Jährige erarbeitet für Empor Strategien für den Angriff / In Burgdorf hatte er die zündende Idee / Heute wird er in Berlin erneut am Knie operiert

Rostock. Halbzeitpause in Burgdorf. Die Handballer des HC Empor Rostock sind bereits in der Kabine verschwunden. Trainer Till Wiechers und Robin Breitenfeldt sitzen immer noch auf der Bank. Es steht 12:13. Die Gäste haben im ersten Durchgang zu wenige Zweikämpfe gewonnen. Da kommt Breitenfeldt die zündende Idee. Der verletzt zuschauende Regisseur schlägt vor, Philipp Asmussen im mittleren Rückraum einzusetzen. „,Asse’ ist einer unserer stärksten Eins-gegen Eins-Spieler“, sagt Breitenfeldt über Linkshänder Asmussen, der ansonsten auf der rechten Seite zum Zuge kommt. Der Plan geht auf: Asmussen reißt Lücken in die gegnerische Abwehr, erzielt fünf Treffer und hat damit großen Anteil am 27:24-Auswärtserfolg. „Der Überraschungseffekt hat funktioniert“, konstatiert Wiechers zufrieden. Die Eingebung seines Schützlings kommt nicht von ungefähr. Der Coach hat den 20-jährigen Breitenfeldt zum „offense coordinator“, zum Verantwortlichen für die Offensive, ernannt. „Robin hat die Aufgabe, die Abwehrformationen unserer Gegner zu analysieren und abhängig von unseren Aufstellungen die richtigen Ziele für unseren Angriff herauszuarbeiten“, erklärt Wiechers. Der 35-Jährige ist sich sicher: „Die neue Aufgabe wird Robin als Führungsspieler enorm weiterbringen, denn er wird das Spiel von einer anderen Seite kennenlernen.“ Zudem werde die Mannschaft, die mit Abwehrchef Stefan Wilhelm (Kreuzbandriss) einen weiteren Ausfall verkraften muss, einen Schritt vorankommen, „da nun andere Spieler mehr Verantwortung übernehmen müssen“. Nach Aussage von Wiechers, der in der neuen Führungsriege als neuer Sportvorstand verantwortlich zeichnet, ist die Verpflichtung eines neuen Spielers in der Winterpause nicht geplant.  Wann Breitenfeldt aufs Handballfeld zurückkehrt, ist unklar. Der Knorpelschaden im Knie, den sich der 1,83 Meter große Rechtshänder im Derby bei den Mecklenburger Stieren zugezogen hat, ist schwerwiegend. Breitenfeldt muss sich heute am Berliner Humboldt-Klinikum einem weiteren Eingriff unterziehen. Dabei werden ihm körpereigene und im Labor gezüchtete Knorpelzellen eingesetzt. Die Chancen auf vollständige Genesung stehen gut – aber Breitenfeldt braucht Geduld. Nach Auskunft der Ärzte kann Empor selbst für die kommende Saison nicht mit seinem torgefährlichen Spielmacher planen. „Das war eine Horror-Nachricht“, sagte Breitenfeld, der den  Schweizer Andy Schmid (35) als sein Vorbild nennt. „Er spielt seit Jahren überragenden Handball“, schwärmt Breitenfeldt, der darüber hinaus von zwei weiteren Routiniers der Rhein-Neckar Löwen beeindruckt ist: Guðjón Valur Sigurdsson (39) und Alexander Pettersson (38). „Sie spielen aufgrund ihrer überragenden Athletik und ihrer krassen Disziplin immer noch auf höchstem Level“, meint der Rostocker, der sich zunächst auf seine Genesung und seine neue Rolle im Team konzentrieren wird. Vor dem Spiel in Burgdorf hat er viele Videos geschaut, seine Eindrücke notiert, einen Matchplan erstellt und diesen mit Trainer Till Wiechers besprochen. „Man sieht das Spiel mit anderen Augen“, meint Breitenfeldt, der aufgrund der Operation am Sonnabend beim Auswärtsspiel seiner Truppe in Burgwedel nicht auf der Bank sitzen wird. Wiechers erwartet zum Hinrunden-Abschluss ein hartes Stück Arbeit. Burgwedel hat Superspieler in seinen Reihen „und müsste viel weiter oben stehen“, meint der Coach. Falls es in seinem Team nicht laufen sollte, „weiß ich, dass ich eine Geheimwaffe in der Hinterhand habe“.