Der HC Empor ist nach dem elften Spiel in Folge ohne Sieg auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen. Zum Abschluss der Hinrunde zogen sie beim Tabellenvierten, den Mecklenburger Stieren, mit 26:30 (12:16) den Kürzeren. Vor der Rekordkulisse von 3423 Zuschauern in der Schweriner Sport- und Kongresshalle lieferten sich beide Teams zwar ein gutklassiges Spiel – Derbystimmung kam aber beim 82. Aufeinandertreffen nur selten auf. Das lag zum einen daran, dass die meisten Spieler mit der Historie dieses Duells nur wenig anfangen können. Zum anderen kontrollierten die Hausherren nach nervösem Start die 60 Minuten mehr oder weniger souverän. Nach der ersten Fünf-Tore-Führung (11:6/20.) verwalteten sie den Vorsprung, den die Rostocker nur noch einmal auf drei Treffer reduzieren konnten (27:24/56.).

So war die Partie vor allem für zwei Akteure etwas Besonderes: für Stiere-Torhüter Jan Kominek und Empors Linksaußen Michael Höwt. Beide hatten in jüngerer Vergangenheit jeweils für den Gegner gespielt. Der 37-jährige Kominek machte schon vor dem Spiel klar: „Ich weiß, dass es in diesen Duellen nichts zu verschenken gibt.“ So hielt er dann auch und vereitelte so manche erfolgversprechende Aktion der Ostseestädter. Der zehn Jahre jüngere Höwt war zwar mit seiner persönlichen Ausbeute (7 Tore) zufrieden, hätte sich aber „ein bisschen mehr Spannung“ gewünscht. Dennoch: „Ein Spiel vor so einer Kulisse ist schon etwas Besonderes“, meinte Höwt. Das sahen auch die Trainer Dirk Schimmler und Till Wiechers so. Schimmler freute sich am Ende darüber, dass „wir die Rostocker immer auf Distanz gehalten haben“ und lobte gleichzeitig den Gegner: „Empor hat sich super verkauft. Aber wir hatten mehr Wechselmöglichkeiten.“

Das war aus Empor-Sicht die Crux. Die junge Truppe verkaufte sich zwar erneut recht ordentlich, aber aus dem Rückraum fehlte es an Durchschlagskraft. Nur elf Tore durch sechs Rückraumspieler – mehr als die Hälfte davon durch Robin Breitenfeldt – waren ein deutliches Negativzeichen. Bemerkenswert: Bereits nach 20 Minuten wechselte Wiechers sein komplettes Aufbau-Trio mit Breitenfeldt, Leon Witte und André Meuser aus – es kamen Ole Schramm, Felix Mehrkens und Efthymios Iliopoulos. Besser wurde es danach nicht.

Da es außerdem „einige Löcher in der Deckung gab“ (Wiechers) blieb für die Rostocker in der Summe erneut nur eine engagierte und taktisch zeitweise clevere Vorstellung. Für Till Wiechers ist der 14. Tabellenplatz dennoch nur eine Momentaufnahme. „Wir steigen nicht ab!“, versicherte der 34-jährige.

Statistik:

Mecklenburger Stiere: Kominek, Heinemann – Curcic 4, Pedersen 8/4, Grämke 1, Prothmann, Larisch, Marangko 5, Evangelidis 1, Zufelde 1, Aust 4, Passias 1, Calvert 1, Pärt 4.

HC Empor: Mehler, Jöhnck – Meuser 1, Witte, Iliopoulos 1, Schramm 2, Höwt 7/2, Prüter 2, Haasmann, Zboril, Mehrkens 1, Lux 1, Breitenfeldt 6, J. Porath 5/1.

Siebenmeter: Stiere 4/4, HCE 4/3.

Strafminuten: Stiere 4 plus Rot gegen Curcic wegen groben Foulspiels (48.), HCE 2.

Burkhard Ehlers

(Ostsee-Zeitung)