Ein Jubiläum, ein Comeback, ein Neuzugang, doch abermals kein Sieg: Die Durststrecke des HC Empor hält an. Rostocks Drittliga-Handballer zogen gestern Abend im Kellerduell gegen den 1. VfL Potsdam mit 21:23 (11:9) den Kürzeren und sind damit seit nunmehr acht Runden sieglos.

Dass die junge Rostocker Truppe Verstärkung benötigt, wurde gestern gegen Potsdam einmal mehr deutlich. Vor allem im Angriff lastet zu viel auf den Schultern von Robin Breitenfeldt, der abermals ein Riesenpensum absolvierte und mit sieben Treffern erfolgreichster Empor-Schütze war. Zuversicht nährt auch das Comeback von Ole Prüter. Der 21 Jahre alte Kreisläufer stand nach elfmonatiger Verletzungspause (Kreuzbandriss) in der Anfangsformation.

Vor 700 Zuschauern in der Ospa-Arena benötigte Empor rund zehn Minuten, um ins Laufen zu kommen. Angetrieben vom überragenden Breitenfeldt und dank einer starken Abwehrarbeit zogen die Gastgeber auf 7:3 (13.) davon. Auch in Hälfte zwei erwischten die Rostocker den besseren Start. Jakub Zboril und Breitenfeldt erhöhten auf 13:9 (33.), doch in der Folgezeit ging fast nichts mehr. Den Mecklenburgern gelangen binnen 15 Minuten lediglich zwei Treffer. Die Folge: Der VfL kam durch einen Hattrick von Joe Boede zur 16:15-Führung (50.). Es war der Startschuss zur einer dramatischen Schlussphase, in der die Gäste nicht unverdient die Oberhand behielten. Empor-Trainer Till Wiechers fand trotz der Niederlage versöhnliche Worte: „In der Abwehr war das taktisch und kämpferisch überragend, aber im Angriff waren wir nicht gut genug.“

Klaus-Jürgen Prüsse hätte sich sein Jubiläum anders vorgestellt. Der Großfeld-Weltmeister von 1963 und zweimalige WM-Silbermedaillengewinner wurde vor der Partie von Geschäftsführer Stephan Stübe mit einem Präsentkorb für seine 60-jähriges Vereinsmitgliedschaft geehrt.

Statistik:

Empor: Jöhnck, Mehler – Goldschmidt, Meuser 2, Witte 2, Schulz 1, Schramm 1, Höwt 5/1, Prüter, Haasmann, Zboril 1, Breitenfeldt 7.

Potsdam: Grunz, Pellegrini – Jacques, Schwarz 2, Huntz 4, Piske 3, Boede 3, Spengler 2, Münchberger 7/3, Steinbuch, Winter 2, Weyhrauch, Schwark.

Siebenmeter: Empor 2/1, VfL 3/3.

Strafminuten: Empor 2, Potsdam 6.

Stefan Ehlers

(Ostsee-Zeitung)