Viel Arbeit für die Handballer beim 27:24 gegen die SG Flensburg-Handewitt II

Rostock. Als der überragende Tim Völzke in der Abwehr einen Ball abfängt und einen Sololauf übers ganze Feld mit dem Treffer zum 21:16 für den HC Empor abschließt, kocht die Stimmung in der ausverkauften Ospa-Arena über. In der Folgezeit lassen sich die Rostocker Drittliga-Handballer im Heimspiel gegen die Bundesliga-Reserve der SG Flensburg-Handewitt die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Nach 60 umkämpften Minuten feiern sie gemeinsam mit den 750 Fans einen 27:24 (11:12)-Erfolg – es war der zwölfte Sieg im zwölften Heimspiel der Saison. Bis dahin mussten die favorisierten Ostseestädter aber ein hartes Stück Arbeit verrichten. Zum einen präsentierte sich das junge Gästeteam viel stärker als es Tabellenplatz15vermutenließ,zumanderen ist den Hausherren ein wenig von der Leichtigkeit der Vorrunde abhanden gekommen. Für Völzke ist das nicht verwunderlich. „Als Tabellenführer gibt es keine leichten Spiele mehr für uns“, sagte der 29 Jährige, der nicht nur wie gewohnt sicher in der Abwehr stand, sondern der bei acht Versuchen acht mal traf. Auch Nick Witte–mit zehn Toren bester Werfer des Abends – trat auf die Euphorie bremse. „Erstens hat die SG-Reserve ein richtig gutes Spiel gemacht, und zweitens können wir nicht immer mit zehn Toren Differenz gewinnen“, relativierte der Empor-Linksaußen. Letztlich hätte sein Team über Torhüter Leon Mehler und die bessere Abwehr gewonnen – das allein zähle, so der 23-Jährige, der ein Sonderlob für Völzke anfügte: „Tim hat richtig Fahrt in unser Spiel gebracht.“ Das war auch zwingend notwendig, denn die Partie nahm zunächst keineswegs den erwarteten Verlauf. Nach einer 1:0-Führung rannten die Einheimischen 32 Minuten lang einem Rückstand hinterher, der zwischenzeitlich sogar vier Tore betrug–5:9(17.). Vor allem der Niederländer Niels Versteijnen und Jörn Persson –beide sind noch in der A-Jugend spielberechtigt–trumpften im Rückraum auf und erzielten jeweils sechs Treffer. Hinzu kam der überaus ballsichere Linksaußen Jaris Tobeler, der viermal traf. So zählte für Empor-Coach Till Wiechers nur der neuerliche Doppelpunktgewinn–es war der elfte in Folge. „Wir geben immer alles , müssen aber bedenken, dass es in dieser Liga ziemlich viele gute Mannschaft gibt“, sagte der Trainer. „Letztlich haben wir am Ende souverän gewonnen und die kritischen Phasen gemeistert.“ SG-Coach Michael Jacobsen sprach von einem „verdienten Rostocker Sieg“. Empor habe in der Abwehr mit jener Ruhe gespielt, die seiner Mannschaft in den entscheidenden Phasen gefehlt habe. In der Tat: Nach dem 12:12-Ausgleich (33.) zogen die Hausherren, die das Ergebnis aus Schwerin zu diesem Zeitpunkt kannten, langsam, aber stetig davon. Über die Stationen 16:14 (43.), 20:16 (48.) und 26:21(57.)landete der Tabellenführer den fest eingeplanten Sieg. In der Staffel Nord der 3. Liga hat der Zwei-Punkte-Vorsprung der Rostocker vor Eintracht Hildesheim Bestand. In den kommenden drei Wochen wartet allerdings ein hammerhartes Programm auf den Spitzenreiter. Nach den Auswärtsspielen beim TSV Altenholz (17.März) und dem VfL Potsdam (24.März) empfängt Empor am 31.März die Mecklenburger Stiere zum Derby.

HC Empor Rostock: Wetzel, L. Mehler –Meuser 2, Steidtmann 4 , L.Witte 1, Schütze, Schramm 1, D. Mehler 1 ,Völzke 8 , N.Witte10/5, Höwt , Ph.Asmussen, Haasmann, Zboril, Mehrkens.

SG Flensburg-Handewitt II : Jepsen, Lübker–M.Asmussen,Versteijnen6 , Mau, Jürgensenn 3, Kooij 1, Prantner 1, Tobeler 4,Hennig, Runow, Nissen 1, Persson 6, Ebeling 2/2, Kirschberger.

Siebenmeter:HCE 6/5,  SGII 2/2.

Strafminuten: je 4.