NEWS
  1. Fan-Busse zum Auswärtsspiel nach Schwerin
  2. 22:22 Unentschieden gegen Barmbek
  3. Vorbericht: HG Hamburg Barmbek
  4. 29:31 Niederlage nach höchst spannendem Spiel gegen SG Flensburg-Handewitt II
  5. Bericht zur SG Flensburg-Handewitt II

Unsere Vereinsgeschichte

1946 bis 1952
Fiete Reder begründet die Rostocker Handballtradition
Paul Friedrich Reder, genannt „Fiete“, der schon vor dem Krieg Handball in Rostock spielte, gründete nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus Freunden und ehemaligen Mannschaftskameraden eine Handballmannschaft mit Namen „Rostock-West“. Was niemand ahnte, war der Erfolg, den diese Mannschaft mit sich brachte. So gewannen sie auf Anhieb ihren ersten Landesmeistertitel auf dem Großfeld.
1952 bis 1958
„Empor“ spielt oben mit
Nach einer sehr schwachen Saison im Jahr 1952 gewannen die Rostocker ihren ersten Meistertitel. Nach einem zweiten Platz in der DDR-Feldhandball-Oberliga wurde das Finale der DDR-Hallenhandballmeisterschaft in der Berliner Werner – Seelenbinder – Halle durch ein 5:2 gegen Volkspolizei Halle gewonnen.
1958 bis 1979
Eine neue Generation tritt an
Nach 1958 wuchs eine neue Handballgeneration heran. Waren es bis dahin Namen wie Mundt, Matz, Langhoff, Reder, Flach, Steinhäuser, Behnke, Schwieger, Kikillus und Beier, die in aller Munde waren und die Schlagzeilen in der Presse bestimmten, so traten Anfang der 60-iger Jahre Ganschow, Langhoff, Gernhöfer, Stubbe und Prüsse ins Rampenlicht. Sie wurden 1963 im Baseler St. Jacob-Stadion Weltmeister im Großfeldhandball und vier Jahre später Ganschow, Prüsse und Langhoff in Österreich Vize-Weltmeister. Diese Leistungsentwicklung wäre ohne die tatkräftige Hilfe und Mitarbeit vieler Trainer, Übungsleiter und ehrenamtlicher Helfer unmöglich gewesen. Alle waren dem Handball sehr verbunden und opferten manch freie Minute für ihren geliebten Sport.
1980 bis 1990
Legendäre Erfolgsjahre
Zwar verpassten die Rostocker die Meisterschaft 1980, dennoch hielt das Jahr zwei andere Höhepunkte bereit: Frank-Michael Wahl und Georg Jaunich nahmen an den Olympischen Spielen in Moskau teil und dem SCE glückte erstmals der Erfolg im FDGB-Pokal. Erstere kehrten goldgekrönt aus Russland zurück.
1990 bis 2003
Nach dem Mauerfall
Im Spieljahr 89/90, in dem Empor erneut im Europapokal der Pokalsieger vertreten war, zog er nach einem 31:33 in Zagreb gegen Medvescak und einem 28:26 Erfolg im Rückspiel der Ausscheidungsrunde ins Achtelfinale ein. Hier besiegte er am 4. November in der Rostocker Sport- und Kongresshalle Spaniens Vertreter Teka Santander mit 26:25, um im Rückspiel nach einem 23:27 in Spanien aus dem weiteren Wettbewerb auszuscheiden. Dort erreichte die Spieler trotz der Niederlage die freudige Nachricht vom Fall der Mauer.
2003 bis 2012
Wieder in der 2. Bundesliga
Maik Handschke, zuletzt Trainer beim VfL Gummersbach unter Vertrag und 32-facher Nationalspieler trat nun die Nachfolge von Olaf Schimpf an. Mit ihm sollte der Wiedereinstieg auf Anhieb gelingen. Vorstandschef Thomas Schneider setzte dabei in erster Linie auf den reichen Erfahrungsschatz des Ex-Schweriners, den er in die Mannschaft einbringen sollte. Außerdem vertraute man der Wurfkraft Martin Reuters, der in der vorigen Saison noch beim Erstligisten ThSV Eisenach gespielt hatte.

Größte Erfolge der Herren-Teams

11x Meister

Hallenhandball: 1953, 1954, 1955, 1956, 1957, 1968, 1973, 1978, 1986, 1987
Feldhandball: 1955

9x Vizemeister

Hallenhandball: 1970, 1980, 1981, 1982
Feldhandball: 1948, 1949, 1950, 1953, 1958

7x DDR-Pokalsieger

1980, 1981, 1985, 1986, 1987, 1988, 1989

Europapokal der Pokalsieger

Sieger 1982
Finalist 1981

Vereins-Europameister

1982

Europapokal der Landesmeister

Finale 1979

Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga

2005

scempor

Ligazugehörigkeit

Seit 1965 einstaffelige DDR-Oberliga

DDR-Oberliga

1965–1991

Handball-Bundesliga

1991–1993

2. Handball-Bundesliga Nord

1993–2003

Regionalliga Nord-Ost

2003–2005

2. Handball-Bundesliga Nord

2005-2011

2. Handball-Bundesliga

seit 2011

Die Vereinsgeschichte ausführlich

Erstes offizielles Mannschaftsfoto

1946 bis 1952

Fiete Reder begründet die Rostocker Handballtradition

Paul Friedrich Reder, genannt „Fiete“, der schon vor dem Krieg Handball in Rostock spielte, gründete nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus Freunden und ehemaligen Mannschaftskameraden eine Handballmannschaft mit Namen „Rostock-West“. Was niemand ahnte, war der Erfolg, den diese Mannschaft mit sich brachte. So gewannen sie auf Anhieb ihren ersten Landesmeistertitel auf dem Großfeld.

Im Jahr 1946 wurden von 46 Spielen 41 gewonnen, keine vergleichbare Mannschaft konnte ihnen Paroli bieten. Auch in den Jahren 1947 und 48 blieben sie auf Landesebene ungeschlagen und gewannen zum wiederholten Male die Landesmeistertitel mit einem großen Vorsprung auf ihre Gegner. Hier wird auch gerne von der Fahrt zum Auswärtsspiel nach Meißen im Jahr 1947 erzählt: In Dresden angekommen, stellte man fest, dass der letzte Zug gen Meißen bereits vor einigen Stunden abgedampft war. So entschied man sich des Nachts, die 30km zu Fuß zurückzulegen. Als sie gegen vier Uhr morgens ihr Ziel erreichten, hieß es kurz ruhen, um fit für das Spiel am frühen Vormittag zu sein. Trotz aller Strapazen der letzten Nacht errangen die Mecklenburger gleich zwei Siege. Beim „Hauptspiel“ gegen Meißen am darauf folgenden Tag, erspielte sich die Mannschaft einen sagenhaften Sieg von 31:4.

Ostzonenmeisterschaft: Rostock-West im Finale gegen Weißenfels

Mit dem Gewinn des Landesmeistertitels im Jahr 1948 erspielten sich die Rostocker die Berechtigung zur Teilnahme an der Ostzonenmeisterschaft, die in die DDR-Meisterschaft und später DDR-Oberliga aufging. Rostock-West erreichte das Finale, verlor jedoch gegen die Mannschaft von Weißenfels-Mitte mit 7:12.

Mit der Teilnahme an der ersten Meisterschaft der damaligen Ostzone, für die sich aus fünf Ländern zehn Mannschaften (aus Mecklenburg u.a. Rostock-West und Stralsund) qualifiziert hatten, bedeutete dies für Reder, Mundt und Winter eine zusätzliche Belastung. Nicht selten mussten sie bei Reisen nach Gera, Wera oder Fraureuth 22 Stunden und mehr, auf einem „Holzgaser“ in Kauf nehmen, was bedeutete, dass sie nach nächtlicher Fahrt um 10 Uhr am Spielort ankamen und sich bereits eine Stunde später auf dem Spielrasen beweisen mussten, um dann nach Abpfiff sofort wieder auf den Lkw zu klettern und 400-500km nach Hause zu „zuckeln“.

Noch in diesem Jahr errangen auch die Jugendmannschaften die ersten Erfolge. Die Jugendmannschaft, trainiert von Fiete Reder, der gleichzeitig bei den Männern spielte, wurde Jugendmeister im Feldhandball.

Der damalige Platzwart Willi Heß, den Älteren noch sehr gut als „Onkel Willy” bekannt, schickte seine „Jungen” 1948 zum Endspiel nach Leipzig.

Das Reisegepäck, das er morgens zum Hauptbahnhof schleppte, bestand aus Kannen und Eimern. Des Nachts hatte er für seine „Buben” 300 Buletten gebraten. Auch wenn die Zusammensetzung der Zutaten nicht aus Schweinefleisch bestand, ist überliefert, dass niemand einen Hufnagel in derselbigen gefunden hat.

In den anderen Gefäßen befanden sich ähnliche Leckerbissen aus damaliger Zeit, wie z.B. Quark und Marmelade, die mit Heißhunger verzehrt wurden, dem Ernährungsamt war dies nicht bekannt, jedoch hatten die Spieler mit ihren Leistungen die Herzen einiger Betriebsleiter und Handwerksmeister im Sturm erobert, sodass für sie immer etwas abfiel und wenn es nur ein Brot war. Jede Spende wurde dankbar angenommen.

Nicht nur auf dem grünen Rasen beim Tore werfen wurden zu dieser Zeit Höchstleistungen erzielt, nein, auch beim Eintopfessen sind „Höchstleistungen“ überliefert. So sollen die Spitzen im Verzehr von Eintopf pro Nase und Mahlzeit bei 14 Tellern gelegen haben.

HC Empor Vorgänger 1948-1949

Mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Ostzonenmeisterschaft brachte das Jahr 1948 den ersten großen Erfolg für den Rostocker Handball. Bis Ende 1948 trugen die Rostocker insgesamt 115 Spiele aus, von denen sie bei einem Torverhältnis von 1679 : 486 bei zwei Remis und 13 Niederlagen genau 100 Spiele gewannen. Eine stolze Bilanz!
Reiche Früchte trug zu dieser Zeit bereits die Jugendarbeit, um die sich auch Fiete Reder bleibende Verdienste erwarb. Sein Engagement um die Entwicklung des Rostocker Handballs kann nicht hoch genug geschätzt werden. Unter seiner Leitung wurde Rostock 1948 bereits Jugendmeister im Feldhandball.

Paul Mundt (l.), Friedrich Kukuck

Am 1. März 1949 trat „Rostock-West” geschlossen zur BSG Motor Neptun über. Als Betreuer nahm mit Friedrich Kukuck den Platz ein, der in der Folge bis 1958 mit der Mannschaft sechs Meistertitel erringen sollte.

Zum ersten Mal tauchten nun in der 1. Männermannschaft die Namen von Klaus-Dieter Matz und Rudi Herhaus auf, die sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpften.

Erstmals im Jahr 1949 versuchten sich die Rostocker auch in der Halle, wo sie, genau wie auf dem Feld, Landesmeister wurden. Erneut standen der zweite Platz in der Zonenmeisterschaft auf dem Großfeld zu Buche sowie ein dritter Rang bei der zum ersten Mal ausgetragenen DDR-Meisterschaft im Hallenhandball.

1950 reichte es wiederum „nur” zur Silbermedaille auf dem Großfeld und zu Bronze in der Halle. Dennoch zählten die Rostocker – jetzt als „Anker Rostock” – zu den spielstärksten Mannschaften der DDR.

Fiete Reder in Aktion, Anfang der 50er

Die Mannschaft wurde Zweiter auf dem Feld und gewann durch ein 9:4 im Spiel um Platz 3 gegen Magdeburg die Bronzemedallie.

Bei der Meisterschaftsendrunde in der Berliner Werner-Seelenbinder-Halle wurden sie durch eine unglückliche Losentscheidung um Lohn und Meisterehren gebracht.
Das „Sport-Echo“ schrieb damals:

„Für Anker war es ausgesprochenes Pech, dass diese Mannschaft nach der Vorschlussrunde im Spiel gegen VP Halle (6:6) das falsche Los zog. Dadurch wurden die ausgezeichneten Mecklenburger, obwohl sie kein Spiel verloren hatten, um die Chance gebracht, in das Endspiel vorzudringen und nach dem Titel zu greifen. So landeten sie am Ende auf dem dritten Platz und standen doch dem neuen Meister an Können nicht nach.“

1952 bis 1958

„Empor“ spielt oben mit

Nach einer sehr schwachen Saison im Jahr 1952 gewannen die Rostocker ihren ersten Meistertitel. Nach einem zweiten Platz in der DDR-Feldhandball-Oberliga wurde das Finale der DDR-Hallenhandballmeisterschaft in der Berliner Werner – Seelenbinder – Halle durch ein 5:2 gegen Volkspolizei Halle gewonnen.

Während dieser Zeit waren viele Spieler des BSG Motor auch in der DDR-Nationalmannschaft aktiv und so kam es, das Motor in den folgenden Jahren zur dominierenden Mannschaft auf nationaler Ebene wurde. In der Wintersaison 1952/53 begann dann der große Siegeszug, der dem Rostocker Handball zur Weltgeltung verhalf. Fünfmal hintereinander wurde Motor bzw. Empor bis 1957 DDR-Meister in der Halle und 1955 auch auf dem Feld.

Am 08. Februar 1953 ging der erste Titel an die Ostsee. In einem begeisternden und dramatischen Finale, in dem die Rostocker zum ersten Mal den bekannten und sogenannten Schwedenriegel, das 3:3-Abwehrsystem, einsetzten, welcher sich auf die Rückraumakteure orientiert, dieser war eine der großen Waffen der Rostocker mit dem Dynamo Halle mit 5:2 bezwungen wurde.

Auch in den folgenden Jahren ließen sich die „Rostocker Schweden“, wie sie überall wegen ihrer Körpergröße und skandinavischen Spielweise genannt wurden, die Meisterschaft in der Halle nicht mehr nehmen. Es kamen in dieser Zeit Erfolge bei internationalen Turnieren in Oslo, Trelleborg, Hamburg und Neumünster, bei denen Mundt, Matz, Langhoff und Flach – die “Riesen“ im Rostocker Team – viel an Erfahrung gewannen, mit ihrem Können maßgeblich das Niveau des Handballs in der DDR bestimmt und in den fünfziger Jahren auch den Stamm der Nationalmannschaft stellten. Ohne viel Mühe wurde 1954 nach Siegen über Fortschritt Forst (21:6) und Dynamo Halle (7:3) in der Vorrundengruppe A dann im Finale Motor Gohlis Nord Leipzig mit 13:4 überrollt und der zweite Titel nach Mecklenburg geholt. Obwohl immer noch kein Trainer gefunden war, hielten „Fiete“ und „Paule“ die Zügel fest in der Hand. Neben seinem Beruf als Sportpädagoge und aktiver Spieler trainierte Fiete die 1. Männermannschaft und fand darüber hinaus noch Zeit, sich um die Jugendarbeit zu kümmern. Als Sektionsleiter konnte 1954 Walter Kretlow gewonnen werden. Ebenso gehörten Karl-Heinz Kordt und Kurt Lambrecht zu den Pionieren der fünfziger Jahre, die mithalfen, eine erfolgreiche Arbeit zu entwickeln. Nach den Hallentiteln 1953 und 1954 gelang 1955 erstmals mit dem Gewinn des „Doubles“ von Halle und Feld der ganz große Wurf.

Dabei wird allen Augenzeugen der Hallen-„Krimi“ am 20. Februar 1955 in Magdeburg in steter Erinnerung bleiben. Paule, damals einer der besten Handballspieler der Welt, hatte vom Arzt Startverbot und saß nur auf der Auswechselbank. Gert Langhoff, eine weitere Stütze „glänzte“ fünf Minuten vor Anpfiff immer noch durch Abwesenheit.

Friedrich Kuckuck, Betreuer und Seele der Mannschaft, saß wie auf Kohlen, war er doch schon zweimal vom Kampfgericht aufgefordert worden, endlich das Spielerprotokoll abzugeben. Auf gut Glück setzte er den Namen Langhoff ein und war damit gut beraten. Gert, mit zwei Stunden Zugverspätung aus dem Skilager gekommen, raste zu der Zeit mit einem Taxi vom Hauptbahnhof zur Hermann-Gieseler-Halle und war mit dem Anpfiff zur Stelle. In diesem Finale wurde Klaus-Dieter Matz zum großen Dirigenten und Vollstrecker. An ihm richtete sich die Mannschaft und gewann gegen Dynamo Halle mit 14:11 die dritte Meisterschaft. Diese 60 x 60 Sekunden hatten Paule als tatenlosen Zuschauer mehr Nerven gekostet und Verwarnungen durch den Mann in „Schwarz“, Kurt Deuticke aus Leipzig, eingebracht, als in seiner gesamten aktiven Laufbahn zusammen. Im „Handball“ 1/64 unter der Überschrift „Die Verwarnungen des Herren Mundt“ bezeichnet er, für viele vielleicht verwunderlich, gerade dieses Spiel als den absoluten Höhepunkt seiner Laufbahn. „Obwohl es mir in allen Gliedern zuckte und ich am liebsten aufs Spielfeld gestürmt wäre, konnte ich mich nur auf Anweisungen beschränken. So viel Verwarnungen, wie ich in diesem Spiel eingesteckt habe, sind in meiner ganzen Laufbahn nicht ausgesprochen worden. Aber ich war so ergriffen und habe mit meinen Mitspielern gefiebert, die dem gut renommierten Gegner mit den klangvollen Namen Hirsch, Köhler, Riffort, Stolfig und Föhrig ein großes Spiel lieferten und nie aufsteckten. Auch als es binnen weniger Minuten 3:0 für Halle stand, hatte ich den Glauben an meine Kameraden nicht verloren. Am Ende war ich glücklich, dass es Herhaus, Langhoff, Matz, Quednau, Steinhäuser, Reder, Schütt, Beier und Kröger es auch ohne mich geschafft hatten. Für mich war dieser schöne Erfolg gleichzeitig der beste Beweis, dass, wenn alle ihr Bestes geben, jeder zu ersetzen ist.“ Soweit die Erinnerung des Günter Mundt nach 10 Jahren.

Zum dritten Hallentitel schrieb die „Handball-Woche“ in ihrer Ausgabe vom 22. Februar 1955:

„Lange wogte das Kampfgeschehen auf und ab, ehe der Sieg des alten und neuen Meisters von der Ostseeküste heranreifte, weil seine Spieler den Überblick behielten, ihre Nerven besser beherrschten und von ihrem System nicht abgingen. Rostock war auch ohne den verletzten Mundt eine hervorragende Einheit.“

Den Triumph perfekt machten sie im Sommer, als sie vor 25 000 Zuschauern in der damaligen Karl-Marx-Stadt bei strahlendem Sonnenschein im Finale der Großfeldmeisterschaft Dynamo Halle mit 18:12 besiegten.

Die Saison 1955 war die bis dahin erfolgreichste Saison im Rostocker Handball und auch der SC Empor wurde in diesem Jahr gegründet.

1958 bis 1979

Eine neue Generation tritt an

Nach 1958 wuchs eine neue Handballgeneration heran. Waren es bis dahin Namen wie Mundt, Matz, Langhoff, Reder, Flach, Steinhäuser, Behnke, Schwieger, Kikillus und Beier, die in aller Munde waren und die Schlagzeilen in der Presse bestimmten, so traten Anfang der 60-iger Jahre Ganschow, Langhoff, Gernhöfer, Stubbe und Prüsse ins Rampenlicht. Sie wurden 1963 im Baseler St. Jacob-Stadion Weltmeister im Großfeldhandball und vier Jahre später Ganschow, Prüsse und Langhoff in Österreich Vize-Weltmeister. Diese Leistungsentwicklung wäre ohne die tatkräftige Hilfe und Mitarbeit vieler Trainer, Übungsleiter und ehrenamtlicher Helfer unmöglich gewesen. Alle waren dem Handball sehr verbunden und opferten manch freie Minute für ihren geliebten Sport.

Nach 11 Jahren Unterbrechung ging der Titel 1968 wieder an die Ostsee. Am 6. April war es zur Gewissheit geworden: Der SC Empor ist erneut DDR-Hallenmeister! Mit 31:5 Punkten wurden der SC Dynamo Berlin und der SC Leipzig deutlich auf die Plätze verwiesen. Von den „alten Hasen“, die in den Fünfzigern Jahren Ruhm und Ehre für die Stadt an der Warnow eingeholt hatten, war niemand mehr dabei. Unter dem neuen Trainer Heinz Schmidt, der am 16.11.1963 die Geschicke der Mannschaft übernommen hatte, ging der Verjüngungsprozess systematisch vonstatten. Neue Spieler rückten auf, die das Gerüst der Nationalmannschaft bildeten. Schmidt schmiedete die Mannschaft zu einer verschworenen „Bande“, die nach Bronze 1968 den sechsten Hallentitel gewannen. Schmidt, der auch „Aki“ genannt wurde kam die gute Zusammenarbeit mit dem DHV-Trainer Heinz Seiler zugute, der oft an der Küste weilte und sein Herz für die Rostocker entdeckt hatte.

Unmittelbar nach bekannt werden, dass der sechste Hallentitel wieder an die Küste gegangen war – Radio DDR hatte es in den Abendnachrichten verkündet – versammelte sich die komplette Mannschaft vor dem Hause ihres Trainers in der Südstadt und wartete auf seine Heimkehr. Als „Aki“ nichts ahnend mit seinem Trabbi um die Ecke bog, wurde er mit großem „Hallo“ empfangen, aus dem Auto gezerrt und in die Luft geworfen. „Hoch soll er leben“, sang die Truppe mit lautem Gebrüll. Ein kleiner Junge, der die Zeremonie verfolgt hatte, rief spontan: „Mutti, komm schnell, Herr Schmidt wird überfallen!“

An die Stelle des international nicht mehr üblichen Feldhandballs rückte 1969 erstmals die Kleinfeldmeisterschaft. Sie sollte der Vorbereitung auf die Hallensaison im Winter dienen. Vor nur 300 Zuschauern im Berliner Friedrich-Friesen-Stadion gelang den Endspielpartnern Rostock und Berlin überzeugend der Beweis ihrer derzeit exponierten Stellung im DDR-Handball.

1970 fehlte lediglich ein Punkt zum Gewinn der Meisterschaft, die erneut den SC Magdeburg mit 30:6 Punkten vor dem SCE in Front sah. Nach Abschluss der Saison 1969/70 schrieb „Der Handball“: „Die Magdeburger sind sicherlich spielerisch gewachsen, aber nicht höher einzuschätzen als der SC Empor Rostock.“

Ende 1971 wurden Erinnerungen an große Rostocker Handballzeiten wach, als sich anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Rostocker Handballs nach dem Kriege die Altrepräsentativen aus Berlin und Rostock in einem Freundschaftsspiel über 2 x 20 Minuten gegenüberstanden. Weniger das Ergebnis von 11:11 war von Bedeutung, als vielmehr die Tatsache, dass sich hier erneut die Männer zusammenfanden, die in den fünfziger Jahren für Furore gesorgt hatten.

In der Olympiasaison 1971/72 blieben die Männer von der Waterkant ohne Medaille. Wie schon ein Jahr zuvor sprang nur der vierte Platz heraus, dafür nahmen mit Ganschow, Böhme und Langhoff drei Rostocker an den Olympischen Spielen in München teil. Beim Spiel um Platz 3 verfehlte die DDR nach einer 16:19-Niederlage gegen Rumänien knapp die Bronzemedaille. Das Neue in der Saison 1973/74 bestand in dem erstmals angewandten Drei-Punktesystem. Es verlangte eine andere Krafteinteilung, stellte höhere Anforderungen, hielt aber den Handball auch in den Sommermonaten im Gespräch. Mit deutlichem Abstand folgte nach jeweils 13:5 Punkten in der 1. und 2. Serie sowie 8:10 Zählern in der dritten Runde Platz 3 und damit die Bronzemedaille für den SC Empor. 1974 standen Ganschow und Böhme im DDR-Aufgebot, das bei der VIII. Hallenhandball-WM in der DDR hinter Weltmeister Rumänien die Silbermedaille gewann. Die beiden Spieler gehörten dann auch zum DDR-Team, das auf der Japan-Reise vom 29. August bis 11. September in Tokio, Osaka und Kyoto alle vier Spiele gegen die Gastgeber gewann. Die Ankündigung in der hiesigen Oktoberpresse des Jahres 1976: „Repräsentativspiel der Altherrenmannschaften aus Rostock und Magdeburg“ hatte ihre Wirkung auf das handballbegeisterte Publikum nicht verfehlt. 2000 kamen nach Marienehe, um ein Wiedersehen mit Fiete, Paule und Hans Beier auf der einen, sowie Bubi, Wennee, Heinz Flacke und Udo Röhring auf der anderen Seite zu feiern. Wenn auch die jüngeren Elbestädter mit 14:11 gewannen – das Ergebnis war Nebensache. Viel wichtiger, dass sich die „Kämpen“ von einst wieder trafen, Erinnerungen aus alten Zeiten austauschten und bewiesen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen zählen und wie man sich durch Sport fit halten kann, auch wenn die Schläfen einiger Spieler schon ergraut waren.
Nachdem Böhme, Ganschow und Helmut Wilk bei der IX. Weltmeisterschaft in Dänemark mit der Nationalmannschaft hinter der Bundesrepublik und in der UDSSR Bronze gewonnen hatte, führte Heinz Strauch seine Mannschaft 1978 mit zwei Punkten Vorsprung auf den SC Magdeburg zum 8. Meistertitel. Danach brach für die Ostseestädter eine überaus erfolgreiche internationale Saison an, die mit dem Europapokalfinale endete. Den Grundstein zum Einzug ins Finale legten sie beim 19:14-Heimsieg am 24. März 1979, sodass man sich in Rumäniens Hauptstadt sogar eine 18:22-Niederlage leisten konnte. Mittelmaß mit dem schon erwähnten fünften Platz hinter dem SC Leipzig, dem SC Magdeburg, dem ASK Frankfurt und dem SC Dynamo Berlin brachte das Spieljahr 1979. Wie sehr Rostocks Zuschauer ihre neue Sport- und Kongresshalle annahmen, geht aus der Statistik des Jahres 1979 hervor. Da Schwerin und Rostock zu damaliger Zeit über die beiden modernsten Sporthallen der DDR verfügten, lagen sie auch in der Zuschauerresonanz mit weitem Abstand an der Spitze. Während die Heimspiele in Schwerin von 33.000 Besuchern verfolgt wurden, waren es in Rostock 20.000.

1980 bis 1990

Legendäre Erfolgsjahre

Zwar verpassten die Rostocker die Meisterschaft 1980, dennoch hielt das Jahr zwei andere Höhepunkte bereit: Frank-Michael Wahl und Georg Jaunich nahmen an den Olympischen Spielen in Moskau teil und dem SCE glückte erstmals der Erfolg im FDGB-Pokal. Erstere kehrten goldgekrönt aus Russland zurück.

Bei den Ausscheidungsspielen des Europapokals kämpfte sich der SCE bis zum Halbfinale durch, das gegen das Weltklasseteam von Metaloplastica Sabac aus Jugoslawien stattfinden sollte. Als die Rostocker den Jugoslawen mit 11:17 in der Hinrunde unterlagen, schien das Ende besiegelt, doch sollte es anders kommen. Mit dem 23:16-Erfolg in der Rückrunde und minutenlangen Standing Ovations wurde der Schwur, den sich die Rostocker am Abend in der vorherigen Niederlage gaben, in die Tat umgesetzt. So zog der SCE gegen TuS Nettelstedt in ein deutsch-deutsches Pokalfinale. Wenngleich es beim Pokalfinale „nur“ zum zweiten Platz reichte, schloss sich für zwei Empor-Spieler unmittelbar ein weiteres Highlight dieses Jahres an: Frank-Michael Wahl und Jürgen Rohde wurden vom Trainergespann Tiedemann/Langhoff für den Trip der Nationalmannschaft nach Asien nominiert und gewannen den Japan-Cup in überzeugender Manier. Im August 1981 ging es für Frank-Michael Wahl und Helmut Wilk mit dem DDR-Aufgebot eine Woche nach Mexiko-Stadt.

Mit einem ´81 erneut nur knapp verpassten Meistertitel und dem zweiten Gewinn des FDGB-Pokals waren die Rostocker auch in der Saison 81/82 international am Ball. Erneut marschierten sie 1982 souverän durch bis ins Finale. In diesem unterlagen die norddeutschen Spieler den Tschechen von Dukla Prag in der Hinrunde mit 14:17. Kein Problem, denn in der Rückrunde gewannen die Jungs von der Waterkant 22:18 und landeten auf dem höchsten Treppchen des Europapokals. Doch damit nicht genug. Die größte Stunde für alle an der Ostsee stand noch bevor. Das Endspiel um die erstmals ausgetragene Europameisterschaft für Vereinsmannschaften zwischen dem Europapokalsieger der Landesmeister Honved Budapest und dem Europapokalsieger der Cupgewinner Empor Rostock. Am 23. Mai 1982 siegten die Rostocker mit Trainer Heinz Strauch über die Ungarn mit 31:27 nach zweimaliger Verlängerung und feierten mit den über 4.000 Zuschauern den größten Triumph der Vereinsgeschichte.

Die Meisterschaftssilbermedaille von 81/82 sicherte Empor die Teilnahme am IHF-Pokal in der darauffolgenden Saison. Nach dem Aus im Viertelfinale nahmen die Rostocker erst 1985 wieder am Europapokal teil. Auch hier reichte es in diesem Jahr „nur“ bis zum Achtelfinale. Mit dem Double von Meisterschaft und Pokal meldeten sich die Hafenstädter nach drei Jahren ohne Medaille in der Saison 85/86 und 86/87 eindeutig zurück und sicherten sich wieder die Nummer 1 im DDR-Handball vor dem SC Magdeburg und der DHfK Leipzig. Unter dem Trainergespann Reiner Ganschow und Siegfried Sanftleben sicherte sich die Mannschaft 1986 die Meisterschaft und den Pokalsieg.

Im Viertelfinale des Europapokals 1986/87 traf Empor erneut auf Metaloplastica Sabac. Wie einst 1981 ließen sie sich dieses Mal nicht erschrecken und sorgten somit für das Ausscheiden Rostocks aus dem Wettbewerb.

Ein Jahr später, 1987, war das Ziel eindeutig festgemacht: Verteidigung des Pokals und der Meisterschaft. Am 11. April 1987 war der zehnte Hallentitel Wirklichkeit geworden und der Pokal wechselte am 14. Juni endgültig zum SC Empor Rostock. Reiner Ganschow, Siegfried Sanftleben und „Fiete“ Reder als Betreuer formten die Mannschaft zu einem Hochleistungsgespann wie es Jahre zuvor noch undenkbar war. Auch deshalb standen fünf der Rostocker Spieler, namentlich Dreyer, Wahl, Borchardt, Hahn und Rohde auf Paul Tiedemanns Liste für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Seoul, – vier weitere auf Abruf. Auf nationaler Ebene scheiterten die Rostocker jedoch im Europapokal der Landesmeister im Achtelfinale an TuSEM Essen.

Gewinn der Meisterschaft 1986-87

Auch 1988/89 war es das Ansinnen, Titel und Pokal zu verteidigen. Wenn es auch in der Meisterschaft nur zu Platz 4 reichte und im Euro-Cup nur das Achtelfinale erreicht wurde, stand wenigstens der erneute Pokalerfolg zu Buche. Die Mannschaft rutschte in ein ungewohntes Mittelmaß ab und suchte den nun gegenwärtigen Ruf schnell wieder abzulegen. Nach dem erneuten, siebenten Pokalgewinn, ging es im Europapokal bis in Viertelfinale. Aber auch dort war dann gegen Dinamo Bukarest Endstation.

Das Torewerfen war aber nicht verlernt. Für 111 der 140 DDR-Tore sorgten Wahl, Borchardt, Hahn und Schneider bei den Olympischen Spielen in Seoul sowie einen daraus resultierenden 7. Platz. Holger Schneider wurde bei diesem Turnier sogar als bester Linksaußen der Welt ausgezeichnet.

Auch in der Saison 89/90 zogen die Jungs von der Waterkant wieder in den Europapokal ein. Gegen den spanischen Gegner Teka Santander war jedoch auch dieses Mal erneut im Achtelfinale Schluss. Dort erreichte die Spieler trotz der Niederlage die freudige Nachricht vom Fall der Mauer.

1990 bis 2003

Nach dem Mauerfall

Im Spieljahr 89/90, in dem Empor erneut im Europapokal der Pokalsieger vertreten war, zog er nach einem 31:33 in Zagreb gegen Medvescak und einem 28:26 Erfolg im Rückspiel der Ausscheidungsrunde ins Achtelfinale ein. Hier besiegte er am 4. November in der Rostocker Sport- und Kongresshalle Spaniens Vertreter Teka Santander mit 26:25, um im Rückspiel nach einem 23:27 in Spanien aus dem weiteren Wettbewerb auszuscheiden. Dort erreichte die Spieler trotz der Niederlage die freudige Nachricht vom Fall der Mauer.

Sofortiger Aufstieg in die 1. Bundesliga hieß das Ziel für die Saison 93/94. Hoffnungsträger war der neue Mann am Regiepult, der Kroate Beslac, zuvor Trainer in Hameln und Bad Schwartau. Zum Trainingsauftakt im Ostseestadion verkündete er vor Mannschaft und Presse:

„Ich bin nicht nach Rostock gekommen, um mit der Mannschaft im Mittelfeld der 2. Bundesliga zu spielen.“ Selbstbewusst ging er an die Arbeit und meinte: „Mir hat noch nie ein Spieler widersprochen und das wird auch so bleiben.“ Wichtig für ihn war, dass die Spieler überzeugt waren, mit ihm den richtigen Trainer gefunden zu haben und so begann die Saison voller Hoffnung. Doch nur von August ´93 bis Januar ´94 währte sein Gastspiel an der Küste, da er sein Konzept mit der Mannschaft nicht in die Tat umsetzen konnte. So trennte sich der Vorstand von Beslac und berief Ex-Nationalspieler Jaunich bis Saisonende zum Interimstrainer.

Die Zielstellung, die Helmut Wilk ausgegeben hatte, in der Saison 1995/96 Platz 1-3 zu belegen, wurde knapp verfehlt. Wenn auch Wilk zum Saisonende Verbesserungen beim Konterverhalten und in der Abwehr feststellen konnte, so bemängelte er die Chancenverwertung und vor allem die Konzentration bei Auswärtsspielen.

1997/98 konnte der HCE auf seine bewährten Kräfte zurückgreifen. Er baute dabei vor allem auf den eigenen Nachwuchs, wenn auch die eine oder andere Verstärkung von Nöten gewesen wäre. Aber das Engagement der Wirtschaft gab in Rostock leider nicht mehr her.

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Februar 1998 wurde ein neuer Vorstand gewählt. In der Spitze der 2. Liga mitzuspielen war das erklärte Ziel von Vorstand, Trainer und Mannschaft.

Jedoch gingen die Empor-Männer in der Saison 1998/99 schweren Zeiten entgegen. Nicht nur der Wegfall von sechs Stammspielern – Bar, Vilaniskis, Kulintschenko, Borchardt und Ganschow, auch die noch nicht auskurierten Verletzungen von Rabenhorst und Kultermann gaben Anlass zur Sorge. Kurz vor Saisonstart löste dann noch zu allem Unglück Helmut Wilk seinen Vertrag als Cheftrainer, weil für ihn die wirtschaftlichen, organisatorischen und sportlichen Probleme nicht mehr zu packen waren. Als Interimscoach übertrug man dem bisherigen Jugendtrainer Goldschmidt die Aufgabe, da ein neuer Trainer bis Meisterschaftsbeginn nicht gefunden wurde.

Für Goldschmidt war es nicht einfach, mit einer fast neu formierten Mannschaft den schweren Weg in die Saison 98/99 anzutreten. Nach einem anfänglich guten fünften Platz am 6. Spieltag folgte eine sieglose Serie von acht Spielen, die den HC Empor zeitweilig auf den 15. Platz zurückfallen ließ. Am Ende der Saison reichte es nur zu Platz 14, dennoch hatte der Trainer seine Feuertaufe in der 2. Liga bestanden, darin waren sich alle einig.

Die Schwierigkeiten und Probleme der Handballer verschärften sich 1998 auf allen Ebenen. Neben bereits erwähnten sportlichen Aderlässen und dem Rücktritt des Vorsitzenden Wolfgramm, sowie dem Ausscheiden von Wilk aus gesundheitlichen Gründen, legte auch Wolfgang Kaiser als Vizepräsident sein Amt nieder. Grund dafür war, dass der Vorstand des SC Empor 30.000 DM vom Konto der 1. Männer zur Rückzahlung von Altverbindlichkeiten abbuchte. Es fand ein negativer Imagewechsel statt, der eine besorgniserregende Entwicklung im Umfeld der BL-Männermannschaft und die in diesem Zusammenhang stehenden Darstellungen in den Medien ausgelöst wurde.

Mit großer Sorge verfolgte der „Club 100“ Sport- und Wirtschaft e.V. diese Entwicklung. Als eine der wichtigsten wirtschaftlichen Säulen hat sich dieser Verein seit 1995 der Unterstützung des männlichen Handballs verschrieben. So ergriff der Vorstand unter Vorsitz von R. Mausolff, J. Becker, K. Lepa und F. Casper die Initiative und bot seine Hilfe bei der Lösung der Probleme an. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des SC Empor ging man an die Arbeit, mit dem Ziel einen eigenständigen Handballverein zu gründen.

Am 16.02.1999 wurde die Neugründung eines eigenen Vereins, des HC Empor Rostock e.V. beschlossen, damit wurde der HCE abgeschlossen, und als eigenständiger Verein etabliert. Nun stellte sich die Frage, wer den HCE in die neue Saison führen sollte?!

Man entschied sich für Jahnke, einst Dynamo Berlin, sollte das Rostocker „Flaggschiff“ wieder auf Erfolgskurs bringen. Seine Vorstellung: Einstelliger Tabellenplatz, doch anstelle der Spiele im oberen oder mittleren Bereich wurde die Saison ein Kampf gegen den Abstieg.

Im März 2001 kam es wiederum zu einem Wechsel der Vereinsführung. Nach vielfacher Kritik an der Arbeitsweise des Vorstandes setzte der Aufsichtsrat nach dem Rücktritt von Dr. Schulze Thomas Schneider als neuen Vorsitzenden ein.

Nach zehn Niederlagen in Folge wurde Cheftrainer Jahnke entlassen. Nur vier Siege in 26 Pflichtspielen machten das deutlich und stellten einen Negativrekord in Rostocks Handballgeschichte dar.

Sechs Spieltage vor Schluss hatte der HCE einen Rückstand von fünf Zählern auf den rettenden 14. Platz. Vier Siege und ein Remis verhinderten den Abstieg in die Regionalliga, was an ein kleines Wunder grenzte.

Zum Saisonschluss bewies die Truppe eine hohe Moral, die für die Zukunft hoffen ließ. Als im letzten Spiel zu Hause Cottbus mit 29:24 bezwungen wurde, waren die 1000 Zuschauer schier aus dem Häuschen, der Sekt floss in Strömen und alle waren nur noch happy!

Die ständigen finanziellen Probleme wären dem Klub fast zum Verhängnis geworden. Die Lizenz für das neue Spieljahr wurde dem HCE vom deutschen Handball-Bund erst in zweiter Instanz erteilt und der Zwangsabstieg damit vermieden. Der Vorstand zeigte sich zufrieden, da die Lizenz ohne Auflagen war.

Bis zum Start in die Saison 2002/2003 war es gelungen, fast zwei Drittel der Schulden abzuarbeiten. Auch sportlich hoffte man, einen Mittelfeldplatz ansteuern zu können. Mit dem Umzug in die Stadthalle hoffte man auf mehr Resonanz beim Publikum und spielerischem Elan der Mannschaft, doch es lief nicht so, wie man es sich vorgestellt hatte.

Um die Spieler noch mehr zu motivieren und die Verbindung zum Publikum noch enger zu gestalten, entschied man sich nach dem 27. Spieltag, wieder nach Marienehe umzuziehen, um die Halle für die Gegner zum Hexenkessel werden zu lassen, was die Mannschaft bitter nötig hatte, da sie sich nach 27 Spielen auf dem Abstiegsplatz befand.

Doch auch nach einigen Trainerwechseln war es der Mannschaft nicht vergönnt das „rettende Ufer“ zu erreichen, zum 15. und damit Nichtabstiegsplatz fehlten Wilk und Co. sechs Punkte.

Damit war der Abstieg in die Regionalliga endgültig besiegelt. Ralf Mausolff fasste seine Enttäuschung wie folgt zusammen: „Damit geht eine Saison zu Ende, die unter keinem guten Stern für unsere Mannschaft und alle Verantwortlichen stand. Es gibt viele sportliche Gründe für die Talfahrt, aber der Entscheidende war und ist, dass wir aufgrund der wirtschaftlichen Missstände, die wir von unseren Vorgängern übernommen haben, keinen Spielraum hatten, die Mannschaft auf allen Positionen so zu besetzen, dass ein Ausfall von Bajic, Jähnke und anderen Leistungsträgern infolge Verletzungen kompensiert werden konnte.“

2003 bis 2012

Wieder in der 2. Bundesliga

Maik Handschke, zuletzt Trainer beim VfL Gummersbach unter Vertrag und 32-facher Nationalspieler trat nun die Nachfolge von Olaf Schimpf an. Mit ihm sollte der Wiedereinstieg auf Anhieb gelingen. Vorstandschef Thomas Schneider setzte dabei in erster Linie auf den reichen Erfahrungsschatz des Ex-Schweriners, den er in die Mannschaft einbringen sollte. Außerdem vertraute man der Wurfkraft Martin Reuters, der in der vorigen Saison noch beim Erstligisten ThSV Eisenach gespielt hatte.

Zur Seite stand dem neuen Trainer mit der A-Lizenz Stefan Kultermann. Bereits nach den ersten Spielen konnte man die Handschrift Handschkes erkennen, wenn auch beim Doberaner SV in letzter Sekunde beim 24:24 ein Punkt verschenkt wurde. Doch nach vier Spielen war hinter Usedom mit einem Zähler Rückstand Platz 2 erobert. Danach konnte sich der Klub über die Neuverpflichtung von Karsten Ganschow freuen, der für sich in Stralsund keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten sah, aber aufgrund einer Knieverletzung erst am 8. November gegen Ellerbeck eingesetzt werden konnte.

Am 10. Spieltag fuhr der HCE beim 44:14 gegen Post Schwerin II den höchsten Sieg ein. Grund zur Freude gab es zwei Spieltage danach, als Usedom in Flensburg mit 31:33 unterlag und die Rostocker wieder die Tabellenführung übernehmen konnten. Diese währte aber nur bis zum Heimspiel gegen Usedom, das die Gastgeber mit 23:24 verloren. So betrug jetzt der Rückstand zu den führenden Insulanern drei Punkte. Im Laufe der Saison kehrte „Susi“ Bajic wieder nach Rostock zurück, dafür aber fiel Andre Wilk mit einem Kahnbeinbruch an der linken Hand für längere Zeit aus.

Alles schien sich nun auf einen Zweikampf Rostock – Usedom zuzuspitzen, ehe der HCE am 22. Spieltag in Flensburg mit 27:29 den Kürzeren zog und die Felle davonschwimmen sah.

Als Usedom gegen den gleichen Gegner zu Hause mit 31:33 unterlag, keimte neue Hoffnung auf, sodass der direkte Vergleich der beiden Aufstiegsaspiranten im Rückspiel auf der Insel entscheiden musste. Und hier waren erneut die Insulaner mit einem Tor (31:30) in Vorhand, sodass die Männer um Lars Rabenhorst über Platz 1 und damit den Aufstieg in die 2. Bundesliga jubeln konnten. Mit drei Punkten (56:4) hatte Usedom gegenüber Rostock (53:7) am Ende die Nase vorn.

Inzwischen war auch Helmut Wilk zum HC Empor zurückgekehrt. Der Ex-Nationalspieler, der in den letzten Jahren bei Fortuna Neubrandenburg tätig war, übernahm das Amt des Nachwuchskoordinators und zusätzlich das Training der A-Jugend.

Trotz des Aufstiegs in die 2. Bundesliga kündigte Rabenhorst nach fünf Jahren beim HSV Usedom seinen Vertrag, um wieder in Rostock spielen zu können. Inzwischen aber war er auf der Insel Publikumsliebling und in der letzten Saison auch mit 196/39 Torschützenkönig.

Nach langem Tauziehen zwischen beiden Vereinen erhielten er und Torsten Schilk die Freigabe und Spielberechtigung für 2004/05.

Mit den beiden Insulanern und dem Neuzugang von O. Mayer von Fortuna Neubrandenburg als Torwart konnte die Zielstellung für 2004/05 nur Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse lauten.

Mit einem Torfestival von 44:16 über die HSG Nordfriesland gelang dabei vor heimischer Kulisse der überzeugendste Erfolg der Saison.

Einen kleinen Rückschlag in der 2. Runde des DHB- Pokals, mussten die Gastgeber gegen den Zweitligisten aus Fredenbeck hinnehmen. Mit 27:31 unterlagen sie recht unglücklich, zumal sie ihren Trainer Handschke mit einer schweren Schulterverletzung verloren. Dieses Ausscheiden war mitentscheidend für die Niederlage. Diese Verletzung bedeutete auch das schmerzliche Aus seiner Spielerlaufbahn, fortan war er „nur“ noch Trainer. Wie schwer dieses Handycap wog, sollte sich im Punktspiel gegen den härtesten Konkurrenten der Nordstaffel den SG Flensburg-Handewitt erweisen. Ohne ihn und den erkrankten Reuter verlor der HCE die Partie hauchdünn mit 28:29. Zum Glück sollte dieser Ausrutscher der einzige bleiben, denn mit 58:2 Punkten beendeten die Handschke-Schützlinge die Saison mit 14 Zählern Vorsprung.

Frohe Kunde Anfang Januar 2005 für die Mannschaft und die Fans, als der Vorstand den Vertrag mit Maik Handschke für ein weiteres Jahr verlängerte. Eine weitere gute Botschaft konnte der Vorstand mit der Verpflichtung von Stefan Strauch – Sohn des Europameister Trainers Heinz Strauch – für die Saison 2005/06 melden, der dem Stralsunder HV den Rücken kehrte, er konnte die Lücke füllen, die Handschke hinterlassen hatte.

Jubel gab es bei allen Rostockern und mitgereisten Fans, als am 22. Spieltag in Flensburg mit einem klaren 27:22 Revanche gewonnen wurde. Als dann am 25. Spieltag mit 42:22 gegen PSV Rostock der Aufstieg nach zweijähriger Abwesenheit perfekt war, kannte der Jubel keine Grenzen: Freudengesänge, Hochrufe der Spieler und Trainer wechselten sich ab, so oft hatten alle Aktiven noch nie im Blitzlichtgewitter der Fotografen gestanden und Interviews geben müssen. Endlich war es geschafft und alle schworen sich: „Nie wieder Regionalliga“!

Nie am Wiederaufstieg gezweifelt hatte Vorstandschef Thomas Schneider, der seine Freude so zum Ausdruck brachte: „Endlich haben wir es geschafft. Unsere ganze Freude ist bereits auf die kommende 2. Bundesliga gerichtet. Jeder Handballfreund in unserer Hansestadt ist aus Tradition unseres Vereins verwöhnt und daher zu Recht anspruchsvoll, was die 1. Männermannschaft betrifft. Rückblickend kann gesagt werden, die Männer um Jähnke haben die Vorgaben und Ziele des Trainers und Vereins in beeindruckender Weise umgesetzt und nie einen Zweifel aufkommen lassen, wer am Ende der Aufsteiger sein wird. Dementsprechend zufrieden sind auch alle Vertreter in den Gremien des Vereins und die Sponsoren“.

Seit der Saison 2011/12 spielt die 1. Männermannschaft in der eingleisigen 2. Bundesliga.

 
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