Vierter Sieg in Folge: Empor sorgt weiter für Furore

Rostocker Handballer bezwingen Bernburg 33:29 / Zwölf Breitenfeldt-Tore

Von Stefan Ehlers

Rostock. Tim Völzke war nach seinem Saisondebüt erschöpft, aber glücklich. „Es war schön, wieder gespielt zu haben“, meinte der Rückraumspieler des Handball- Drittligisten HC Empor Rostock, der gestern nach gut vierwöchiger Verletzungspause sein Comeback feierte.

Völzke hatte doppelten Grund zur Freude. Empor feierte mit dem hart erkämpften 33:29 (17:16)-Erfolg über den SV Anhalt Bernburg den vierten Sieg in Folge, verteidigte Rang zwei und schloss nach Punkten zu Spitzenreiter TSV Altenholz auf. Im Angriff lief es bei den Rostockern von Anfang an rund. Vor allem Robin Breitenfeldt knüpfte nahtlos an seine starke Vorstellung acht Tage zuvor gegen Eintracht Hildesheim (31:21) an. Mit einer Wahnsinns-Dynamik und ansatzlosen Hüft- und Schlagwürfen stellte er die Gäste immer wieder vor unlösbare Probleme. Breitenfeldt erzielte acht seiner zwölf Tore vor der Pause. Der 20-Jährige und Janos Steidtmann sorgten nach 24 Minuten mit einem Doppelschlag zum 13:10 für das erste Stimmungshoch in der mit 750 Zuschauern ausverkauften Ospa-Arena.

Doch in der Defensive hatten die Rostocker enorme Probleme mit den schnell und variabel agierenden Gästen, die auf ihre Chancen warteten und sie mit „Würfen aus dem Nichts“ (Völzke) abschlossen.

HCE-Trainer Till Wiechers probierte es im Innenblock mit vier verschiedenen Formationen – doch ohne anhaltenden Erfolg. Die Gastgeber waren in der Abwehr zunächst zu passiv. Die Bernburger nutzten die sich bietenden Räume und kamen durch Fernwürfe zum Erfolg. Als der HCE offensiver deckte, spielten die Anhaltiner klug über den Kreis.

Das Prunkstück der vergangenen Wochen – eine starke Abwehr mit einem überragenden Torhüter – kam diesmal nicht wie gewohnt zum Tragen. Dennoch stellen die Rostocker nach fünf Partien die beste Defensive der Liga. Der Spielfilm ist schnell erzählt. Empor lag fast ausnahmslos in Führung – bis zur 55. Minute maximal mit drei Treffern. Dann erhöhte Stefan Wilhelm im Nachwurf auf 30:26 – die Entscheidung.

„Die Freude ist riesengroß“, meinte Till Wiechers, dessen junge Truppe den beschworenen Teamgeist lebt und die in der 3. Liga weiterhin für Furore sorgt. Eine ähnlich verlaufende Partie wäre in der vergangenen Saison womöglich noch verloren gegangen.

„Bernburg ist einfach unangenehm zu bespielen. Die spielen guten Handball“, resümierte Tim Völzke. Der Rückkehrer war am Ende „einfach stolz“, in welcher Art und Weise sich sein Team das Glück erarbeitet hat. „In der zweiten Halbzeit haben wir das souverän nach Hause gebracht“, freute sich Völzke.

Statistik

HC Empor Rostock: Wetzel, L. Mehler – Meuser 4, Steidtmann 3, Wilhelm 3, Schütze 1, Schramm, D. Mehler, Völzke 2, N. Witte 4/2, Höwt, Asmussen 2, Haasmann,   Mehrkens 2/1, Breitenfeldt 12.

SV Anhalt Bernburg: Link, Mohs – Cieszynski 8, Kraft 2, Marschall 1, Heyer, Friedrich 4, Ackermann 2, Schulze, Sliwka, Grafenhorst, Berends 1, Richter 3/2, Godon 7.

Siebenmeter: HCE 3/3, SVA 4/3. Strafminuten: HCE 6, SVA 8.