Der Trainer bleibt bis 2022 / Beim Duell mit den Mecklenburger Stieren fallen mehrere Bestmarken / Die Stadthalle ist schon seit Wochen ausverkauft

Rostock. Handball-Kracher, Spiel des Jahres, Rekord-Derby – Superlative gehören zum Duell des HC Empor gegen die Mecklenburger Stiere ganz einfach dazu. Emotionen sind auch beim 83. Klassiker garantiert. Bevor es am Sonntag ab 16.30 Uhr in der Stadthalle hoch hergeht, vermeldet Empor einen großen Wurf: Der Drittligist hat den bis 2020 datierten Vertrag mit Trainer Till Wiechers vorzeitig bis 2022 verlängert. Der Kontrakt gelte unabhängig von der Ligazugehörigkeit, erklärte Tobias Woitendorf, Vorstandsvorsitzender des HCE. „Es passt–sportlich und menschlich “, sagt Woitendorf. Wiechers stehe nicht nur für den sportlichen Aufschwung des Rostocker Handballs, sondern auch für Werte wie Identifikation, Persönlichkeit und Zusammenhalt. „Er hat einen Teamgeist entwickelt, der seinesgleichen sucht“, meint der Vize Chef des Landestourismusverbandes. Wiechers war vor zwei Jahren mit seiner Familie nach Rostock gezogen, um „eine Mannschaft auszubilden, die im Kern zusammenbleibt“. Nach einer durch den Abstiegskampf geprägten Saison startete er in dieser Spielzeit mit seiner Truppe durch. Mit 41:7 Punkten liegt Empor gleichauf mit Hildesheim. „Die Mannschaft spielt erfrischenden, tollen Handball. Es macht Freude, sie zu sehen“, schwärmt Woitendorf, der Ende November mit einer neuen Crew die Führung beim HCE übernahm. Seit dem hat sich viel getan. Die Vereinsspitze wendete eine drohende Insolvenz ab und schuf die wirtschaftlichen Voraussetzungen für das Abenteuer 2.Liga. Wiechers wurde zum Sportvorstand berufen. Sein Credo(„Gewinnen mit Charakter“)wird im gesamten Verein gelebt. Mit Felix Mehrkens (trainiert die A-Jugend) und Robin Breitenfeldt (B-Jugend Coach) engagieren sich zwei Drittliga-Spieler im Nachwuchsbereich. Darüber hinauswerden die Talente in Patenschaften gefördert. „ Wir haben die richtigen Weichen in allen Bereichen gestellt“, konstatiert Wiechers zufrieden. Mit dem Handballfest am Sonntag folgt der erste Lohn. Die Stadthalle ist seit Wochen ausverkauft. Mehr als 4500 Zuschauer werden erwartet. Vereinsrekord! „Wir hätten sicherlich 2000 Karten mehr verkaufen können“, meint Woitendorf. Wiechers ist beeindruckt. „Das ist gigantisch“, schwärmt der Coach. Der Sportwissenschaftler sieht mehrere Gründe für den enormen Zuschauer-Zuspruch. „Das ist eine Riesenanerkennung für die Arbeit in den vergangenen Monaten, aber auch das Verdienst von Hunderten Menschen, die in den zurückliegenden fünfzig Jahren für diesen Verein gelebt haben“, meint der Coach mit Blick auf Handball Größen wie Jürgen Rohde, „Jimmy“ Prüsse und Klaus Langhoff. Wiechers freut sich,„ dass wir mit so einem Event etwas zurückgeben können“. Die Rekord-Kulisse werde beide Mannschaften beflügeln, ist der Schleswig-Holsteiner überzeugt. „ Das wird ein ziemlich intensives Spiel.“ 35 Trommler, darunter Fans von den benachbarten Vereinen aus Bad Doberan, Stralsund, Güstrow, Schwaan und vom Rostocker HC, stellen damit eine weitere Bestmarke auf. Zum Vergleich: Beim Rekordmeister THW Kiel sorgen lediglich fünf Fans für Trommelwirbel. Tobias Woitendorf verspricht zudem ein buntes Rahmenprogramm. „Der Sport wird im Mittelpunkt stehen, aber es lohnt sich, nicht erst auf den letzten Drücker zu kommen.“ Details verrät der Klubchef nicht. „Das sollen ja Überraschungen werden.“