Mit den Handballfreunden Springe empfängt der HC Empor heute als Außenseiter den aktuellen Tabellendritten. Die Sportart hat in der 30.000-Einwohner-Stadt in der Region Hannover eine lange Tradition, die bis ins Jahr 1950 zurückreicht. Sieben Jahre später spielte der Verein in der damaligen zweithöchsten deutschen Spielklasse, der Bezirksliga. Bis zum Jahr 2000 agierte man unter den Namen Sportfreunde Springe, ehe daraus nach einer Vereinstrennung die Handballfreunde wurden.

In den letzten zehn Jahren wurden in Springe große Anstrengungen für den sportlichen Erfolg unternommen. Schon in der Saison 2008/09 wurden mit Sven Lakenmacher und dem zweifachen Olympiasieger Wjatscheslaw „Slava“ Gorpischin international erfahrene Spieler verpflichtet – mit dem Ziel, den angepeilten Aufstieg in die damalige dritthöchste Spielklasse, die Regionalliga, zu schaffen. Das gelang im ersten Anlauf. Zur Spielzeit 2010/11 wurden weitere hochkarätige Spieler geholt. Ziel: der Aufstieg in die neue eingleisige 2. Bundesliga. Der wurde allerdings erst 2015 als Drittliga-Zweiter in der Relegation geschafft. Zuvor hatte die SG Leutershausen als Sieger der Südstaffel auf den Aufstieg verzichtet; die zweite Mannschaft des SC Magdeburg war als Meister der Staffel Ost nicht aufstiegsberechtigt.

Das Gastspiel der Handballfreunde in der 2. Bundesliga war nur von kurzer, einjähriger Dauer. Nachdem das Team als Tabellen-Fünfzehnter sportlich den Klassenerhalt geschafft hatte, verweigerte der Ligaverband HBL den HF Springe zur Saison 2016/17 die Lizenz. Der Grund: nicht fristgerecht vorgelegte Nachweise der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. So spielen die HF Springe jetzt wieder in der Staffel Nord der 3. Liga, nachdem sie im Vorjahr Platz drei in der Oststaffel belegt hatten.

Die Niedersachen halten auch heute noch an der Verpflichtung namhafter Akteure fest. Jüngstes Beispiel ist der polnische Nationalspieler Pawel Niewrzawa. Der 25-jährige Spielmacher, der bei der Weltmeisterschaft im Januar 2017 in Frankreich zum polnischen Kader gehörte, kam im Verlauf der Vorrunde vom polnischen Erstligisten Wybrzeże Gdańsk (Danzig).

Die geballte Handball-Prominenz sitzt bei den HF Springe allerdings auf der Bank. Trainer Oleg Kuleschow (43) war ebenso ein erfolgreicher russischer Nationalspieler wie sein Assistent Wjatscheslaw Gorpischin (47). Als Spieler stand Kuleschow u.a. von 1999 bis 2007 für den SC Magdeburg auf der Platte, mit dem er u.a. Deutscher Meister (2001) und Champions-League-Sieger (2002) wurde. Außerdem holte er mit der russischen Nationalmannschaft den WM-Titel 1997. Ab März 2012 war Kuleschow Nationaltrainer in Russland, seit der Saison 2016/17 steht er zum zweiten Mal in Springe unter Vertrag. „Slava“ Gorpischin ist auf Auswahlebene noch erfolgreicher als sein aktueller Chef. Der Zwei-Meter-Mann feierte mit Russland u.a. zwei Olympiasiege (1992 und 2000).