Der Handballsportverein Hannover gehört zur Handballabteilung des Turn- und Sportvereins (TSV) Anderten, einem Stadtteil von Hannover. Der TSV wurde am 11. Oktober 1945 gegründet. Er ging aus den Vereinen MTV Vater Jahn von 1897 und der Freien Turnerschaft von 1909 hervor, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der britischen Besatzungsmacht verboten worden waren. Im Verein wurden zunächst Turnen und Handball angeboten. Im Laufe der Jahre kamen weitere Sportarten hinzu – Eishockey, Gymnastik, Kegeln, Schwimmen (mit Triathlon und Wasserball), Tanz- und Tauchsport, Tennis, Tischtennis, Turnen sowie Prell- und Volleyball.

Die Handballabteilung ist heute mit über 350 Aktiven eine der größten des Vereins, der insgesamt mehr als 1800 Mitglieder zählt. Sie umfasst 21 Mannschaften in allen Altersklassen. Das erste Männerteam spielte von 2007 bis 2010 in der 2. Bundesliga Nord. Im August 2008 gab der Verein bekannt, dass die Zweitliga-Mannschaft künftig unter dem Namen HSV Hannover auflaufen wird. Im März 2010 kündigte der HSV an, dass nach dem Rückzug eines Hauptsponsors kein weiterer Spielbetrieb in der 2. Bundesliga mehr möglich sei. Damit stand die Mannschaft als erster Absteiger fest.

Seither spielt das Team aus der niedersächsischen Landeshauptstadt in der 2010 geschaffenen 3. Liga. Zunächst wurde es der Staffel Nord zugeteilt; in den Spielzeiten 2014/15 und 2016/17 trat es in der Staffel Ost an. Mit dem Abstieg hatten die Hannoveraner seither nichts zu tun. Die beste Platzierung war ein dritter Platz 2012/13, die schlechteste der elfte Rang 2015/16 – jeweils in der Staffel Nord.

Auch in der laufenden Saison plagen den HSV Hannover keine Abstiegssorgen – aktuell liegt die Mannschaft von Trainer Stephan Lux auf Rang sechs. Dabei hat das Team u.a. Unentschieden gegen das Spitzenduo geholt. Beim TSV Altenholz wurde ein 29:29 erkämpft, beim HSV Hamburg hieß es nach 60 Minuten 25:25. Die Mecklenburger Stiere wurden daheim mit 31:28 bezwungen. Angesichts solcher Ergebnisse ist die 27:30-Niederlage des HC Empor im Hinspiel als durchaus achtbar einzuordnen.

Der 17-köpfige Kader der Hannoveraner präsentiert sich vor allem ausgeglichen. Als besonders gefährlich für jede gegnerische Abwehrreihe gilt der serbische Kreisläufer Milan Mazic. Der 27-Jährige kam vor gut anderthalb Jahren aus der ersten ungarischen Liga zum HSV. Seit dieser Saison wird er vom kroatischen Spielmacher Nikola Grujic unterstützt. Insgesamt kann sich Lux auf eine eingespielte Mannschaft stützen, in der es im vergangenen Sommer nur wenige Veränderungen gab.

Vor Beginn der Rückrunde sorgte die kurzfristige Absetzung des Heimspiels gegen die SG Flensburg-Handewitt II für hohe Wellen. Inzwischen ist das Thema für Stephan Lux abgehakt, auch wenn sein Team dadurch mit drei Auswärtsspielen ins Jahr 2018 starten muss. Das ist besonders bitter, weil auch ein geplantes Turnier am ersten Januarwochenende ausfiel und es deshalb an Wettkampfpraxis mangelt.

 

Burkhard Ehlers