Der neue Cheftrainer und Sportlicher Leiter des HC Empor möchte in Rostock langfristig etwas aufbauen.


Rostock. Vor der größten Herausforderung seiner noch jungen Trainer-Karriere gönnte sich Till Wiechers (33) ein paar Tage Urlaub. „Wir waren bei den Schwiegereltern im Allgäu“, erzählt der neue Hoffnungsträger des HC Empor Rostock. Einen Tag nach der Heimkehr aus Bayern zog es Wiechers an seine künftige Wirkungsstätte. Der neue Cheftrainer und Sportliche Leiter führte Gespräche mit Geschäftsführer Stephan Stübe, schaute sich kurz im Stadthafen um und stellte sich den Fragen der Medienvertreter.

Sofortiger Wiederaufstieg? Wiechers winkt ab: „Darüber brauchen wir nicht zu sprechen. Jede Energie, die wir in Erwartungen stecken, kostet uns nur Kraft.“ Seine Handball-Philosophie? Wiechers überlegt nicht lange: „Ich möchte von meinen Spielern nicht, dass sie loslaufen und Tore werfen, weil sie dafür Geld bekommen, sondern dass sie von innen heraus so motiviert und inspiriert sind, dass sie sich jeden Tag den Hintern aufreißen.“ Seine Ziele? Wiechers antwortet prompt: „Ich möchte hier langfristig etwas aufbauen.“ Der Sportwissenschaftler und Sportpsychologe hat bis 2020 unterschrieben. Sein Konzept ist auf fünf Jahre ausgelegt – „oder sogar noch länger“, sagt Wiechers, der zusammen mit Ehefrau Kathrin und der vier Monate alten Tochter Nora nach Rostock zieht.

Wiechers weiß um die „große Chance“, die sich in Rostock bietet. Empor gehört hinter Kiel und neben Magdeburg sowie Gummersbach zu den erfolgreichsten deutschen Handballvereinen. „Ich bin stolz, Teil dieser Familie zu werden“, sagt Wiechers, der mit seiner Firma Prepare to win (Vorbereiten zum Siegen) mehrere Sportler betreut. Zu seinen Klienten gehört auch Nationalspieler Rune Dahmke (THW Kiel).

Jung, frisch, erfolgsorientiert – Till Wiechers, der in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) geboren wurde und zuletzt fünf Jahre erfolgreich im Nachwuchsbereich der SG Flensburg-Handewitt gearbeitet hat, überzeugte mit seinem Konzept. „Er hat sehr klare Vorstellungen über das Wie und Was er in Rostock machen möchte. Was er vorhat, ist einfach gut“, lobt Hans- Georg Jaunich (65), der die Mannschaft in den restlichen fünf Zweitliga-Spielen betreuen wird und gestern neben seinem Nachfolger saß. Auch Wiechers, der offiziell am 1. Juni bei Empor einsteigt, wird ganz genau hinschauen. Es gibt viele offene Fragen. Welche Spieler bleiben in der 3. Liga? Bislang stehen sieben Abgänge (Norman Flödl, Vyron Papadopoulos, Philipp Jaeger, Florian Zemlin, Johannes Trupp, Tobias Malitz und Maximilian Schütze) fest. Wer kommt? „Ich habe viele Spieler in meinem Netzwerk und in meinem Kopf“, sagt Wiechers. Der Coach weiß: „Natürlich sind wir extrem spät dran. Es ist Mitte Mai. Da muss man den Markt sondieren und gucken, was möglich ist.“