Rostocker Handballer behaupten dank 27:27 ihre Tabellenführung

Hildesheim. Kampf, Leidenschaft, Herz – diese drei Worte fand Rückraumspieler Tim Völzke am Donnerstag nach einem begeisternden Handballabend für die Leistung seines HC Empor. Die Rostocker Drittliga-Handballer waren in den 60 dramatischen Minuten zuvor dem Sieg in der Staffel Nord und damit der Aufstiegsrelegation ein großes Stück näher gekommen. Im Spitzenspiel beim punktgleichen Verfolger Eintracht Hildesheim erkämpften sie vor 2408 Zuschauern ein27:27 (15:11).Noch zwei Siege in der Liga – und die Ostseestädter sind durch. Till Wiechers musste nach dem Abpfiff, wie alle Beteiligten an diesem Handball-Krimi, tief durchatmen. Nach einer souveränen ersten Halbzeit erlebte der Empor-Coach im zweiten Abschnitt eine Durstrecke seiner Sieben, die den Gästen fast zum Verhängnis geworden wäre. Innerhalb von gut sechs Minuten machten die Hausherren aus einem 20:23 ein 25:23 (53.) – alle Träume der Rostocker schienen zu platzen. Wie sie anschließend den Kopf aus der Schlinge zogen, war überragend. „Wir haben eine großartige erste Halbzeit mit einer tollen Abwehr und einem überragenden Leon Mehler im Tor gespielt“, beschrieb Wiechers die beste Phase seines Teams Den„ kleinen Hänger“ konnte der Trainer angesichts des Endstands verschmerzen. Nach dem 24:26 aus HCE-Sicht retteten zweimal Völzke und Janos Steidtmann das Remis , durch das die Rostocker im Fall der Punktgleichheit mit der Eintracht am Ende die Nase vorne hätten. Der Teilerfolg in Hildesheim hat Gewicht – auch weil die Unparteiischen Oliver und Philipp Frankholz (HV Niederrhein) nicht immer die Qualität hatten, die das Spitzenspiel verdient gehabt hätte. Auffällig: Viel mehr als zehn Sekunden ließen sie den Gästen im Angriff nicht, dann zeigten sie Zeitspiel an. Hinzu kamen viele Zeitstrafen in einer keineswegs unfairen Partie. Der Stimmung der Fans tat das keinen Abbruch. „Es war unglaublich laut“, staunte Steidtmann, der angesichts des Punktgewinns von der „Familie Empor“ sprach. Das ist ganz offenkundig das „Geheimnis“ des Empor Teams, das in Hildesheim gegen eine Mannschaft mit Akteuren aus fünf Ländern spielte. Auch Eintracht-Coach Gerald Oberbeck gab bei aller Unzufriedenheit mit dem Ergebnis zu: „ Was diese junge Truppe spielt, ist bemerkenswert.“ Empor muss am kommenden Sonnabend in Braunschweig und danach am 4. Mai beim Heimspiel gegen Hannover-Burgwedel (19.30 Uhr,Ospa-Arena)ran. Dann soll mit den Fans gefeiert werden.

Eintracht Hildesheim: Twarz, Lefan – Zakrzewski, Pieles, Schieb 4,Heil 2,Lungela 1,Gruszka 8/3, Tzoufras 4, Wiebe 1, Dolozel, von Hermanni 5/1,Papadopoulos,Ehlers 2.

HC Empor Rostock: Wetzel, L. Mehler – Meuser 4, Steidtmann 4, L. Witte, Schütze 2, Schramm, D.Mehler 1,Völzke 5,N.Witte 8/3,Höwt, Asmussen 1 ,Haasmann 2,Zboril,Mehrkens.

Siebenmeter: Eintracht 6/4, Empor3/3.

Strafminuten: Eintracht 16,Empor 12.