Der HC Empor hat ein überragendes Jahr hinter sich. Im ersten Halbjahr der lange und schwierige Weg zum Aufstieg und eine grandiose Rückkehr in die 2. Bundesliga nach 4 Jahren Abstinenz. Dann eine sensationelle Hinserie mit aktuell Platz 6 in der 2. Bundesliga. Dabei wird immer wieder auch vom erfolgreichen Trainer Till Wiechers die Mannschaft hervorgehoben. Nicht der Einzelne sondern das Gefüge, die Mentalität, die konsequente Umsetzung der Vorgaben des Trainers, die verschiedenen taktischen Elemente haben diese Mannschaft so erfolgreich gemacht. Doch wer sind eigentlich diese ‚Typen‘, die für so viel Furore sorgen? Wir möchten in den nächsten Wochen die Spieler in kurzen Porträts vorstellen.

Den Einstieg bildet das Brüderpaar Mehler. Leon im Tor wird am Samstag 23 Jahre und Dennis als Abwehrrecke im Zentrum ist 21 Jahre alt. Beide kamen vor sieben Jahren gemeinsam aus Neubrandenburg nach Rostock und haben den Übergang vom Nachwuchs in den Männerbereich erfolgreich geschafft. Aber Handball ist nicht alles im Leben der Brüder, die mit 8 Jahren ihren Sport begannen. Sie haben ein Fernstudium aufgenommen und denken damit auch an die Zeit nach dem Handball. Leon hat nach seiner Ausbilung als Informatiker in Rostock das passende Studienfach in Stuttgart belegt, kann aber alles online erledigen. „Wir haben lange Auswährtsfahrten, da kann man eine Menge tun und für den Kopf ist das durchaus hilfreich“, so Leon im Gespräch bei einem Kaffee. Neben Handball und Studium arbeitet er auch noch 30 Stunden die Woche als Informatiker in Rostock. Ein wirklich anspruchsvolles Programm, Respekt. Dennis studiert Bauingenieur in Ilmenau und hat mit seiner Tischlerausbildung beste Voraussetzungen für das Studium. „Das ist nicht einfach, aber es macht mir Spaß und ich tüftele auch in meiner Freizeit unheimlich gerne rum“ meint Dennis auf Nachfrage. In der wenigen Freizeit arbeitet er gerne im Handwerk.

Beide freuen sich nach der kurzen Pause wieder auf das Training mit dem Team und bestätigen unisono das hervorragende Klima in der Mannschaft. Allerdings war es vor Weihnachten schon hart, fast alle vier Tage ein Spiel, da musste man sich schon zum ‚Training aufraffen‘, so Leon und Dennis, „da liefen wir teilweise auf dem Zahnfleisch.“ Umso höher ist die sportliche Leistung der Truppe zu bewerten. Was wirklich fehlt, sind die Zuschauer in der Halle. „Zum Beispiel in Lübeck waren unsere Fans wirklich eine riesige Unterstützung“, und so hoffen die Brüder, dass in der Rückrunde auch die Stadthalle wieder volle Ränge haben wird. Dann kann auch die handballbegeisterte Familie aus Neubrandenburg wieder ‚ihre‘ Jungs mit Empor-Rufen anfeuern.