Der HC Empor Rostock hat seine Suche nach einem neuen Geschäftsführer für die Empor Handball GmbH, die Spielbetriebsgesellschaft des Vereins, erfolgreich und mit einem Coup abgeschlossen. Mit Stefan Güter wechselt zum 1. Januar 2021 ein so erfahrener wie motivierter Handball-Manager zum Tabellenführer der 3. Handball-Bundesliga und unterstreicht damit die Ambitionen des Vereins. Der 44-Jährige wurde am 4. Dezember in der Zentrale der Ostseesparkasse, dem Hauptsponsor von Empor, vorgestellt. Er unterschreibt einen Vertrag für drei Jahre mit einer Option auf Verlängerung. Zuvor hatte er in 14 Jahren an der Seite von Bob Hanning die Füchse Berlin vom abstiegsbedrohten Zweitligisten in die 1. Bundesliga und bis zum Europapokalsieg geführt. Bei Empor soll Güter fortan die Zügel im operativen Geschäft zusammenhalten, neben seiner Funktion als Geschäftsführer der GmbH wirkt er auch als Kaufmännischer Leiter des Vereins, welcher alle Anteile an der Spielbetriebsgesellschaft hält.

Tobias Woitendorf, Vorstandsvorsitzender des HC Empor, erklärte: „Stefan Güter war unser absoluter Wunschkandidat, deshalb haben wir uns sehr um ihn bemüht. Er kennt die Handballszene und alle Abläufe, passt menschlich und sportlich ganz wunderbar zu uns und unserer Philosophie und ist auch noch ein Kind dieses Landes. Man kann sagen: Er erfüllt alle unsere Vorstellungen, was uns wirklich freut. Wir wollen mit ihm den vor zwei Jahren eingeschlagenen Weg langfristig fortsetzen, mit dem steten Anspruch, uns Schritt für Schritt und mit Maß in allen Belangen – sportlich, finanziell und sozial – weiterzuentwickeln.“

Stefan Güter freut sich auf seine neue Mission: „Als gebürtiger Mecklenburger habe ich Empors Entwicklung natürlich auch ein wenig verfolgt und bin vor allem von den in den letzten zwei Jahren angestoßenen Veränderungen begeistert. Mein Vorgänger Sven Köppen und der gesamte Vorstand um Tobias Woitendorf leisten eine hervorragende Arbeit und haben dem Verein den Weg für eine erfolgreiche Zukunft geebnet. Daran knüpfe ich gern und mit Leidenschaft an.“

Gebürtiger Mecklenburger sammelte Erfahrung in Hamburg und Berlin

Stefan Güter
Dr. Ulf Zierau, Karsten Pannwitt, Stefan Güter, Tobias Woitendorf, Sven Köppen (v.l.)

Güter machte nach dem Abitur im westmecklenburgischen Wittenburg eine Lehre zum Bankkaufmann in Mölln, bevor er in Hamburg Betriebswirtschaft studierte, um in der Hansestadt beim HSV Handball vom Praktikanten zum Team-Manager aufzusteigen. Im Jahr 2005 wechselte er zu den Füchsen Berlin, um den dortigen Neuanfang zu bewältigen. In Berlin arbeitete er dabei als Prokurist, Geschäftsstellenleiter und Mitglied der Geschäftsleitung gemeinsam mit Bob Hanning an allen relevanten Prozessen mit – die beiden verbindet bis heute eine enge Freundschaft. Der als Vizepräsident des DHB in der Handball- und Medienöffentlichkeit präsente Hanning bezeichnete Stefan Güter häufig als „Innenminister“ der Füchse Berlin. Vor rund anderthalb Jahren wechselte Güter auf eigenen Wunsch in die freie Wirtschaft, um sich noch einmal weiterzuentwickeln. Aus unbefristeter Stellung heraus folgt er nun dem Ruf aus Rostock und verlagert seinen Lebensmittelpunkt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin in die Hansestadt an der Ostsee. „Dies ist eine Entscheidung für Rostock, für Empor und für den Sport, den ich ehrlich gesagt vermisst habe. Ich freue mich riesig auf die Aufgabe und die weitere Aufbauarbeit“, sagte Güter, der betonte, langfristig in Rostock zu planen. Zu den sportlichen Zielen sagte er: „Mannschaft und Trainer haben ihr Potenzial in den letzten Spielzeiten und der Anfangsphase dieser Saison eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Hieran gilt es anzuknüpfen, wenn wir es endlich wieder dürfen. Ich bin überzeugt, dass wir es gemeinsam schaffen, dem Rostocker Publikum in nicht allzu ferner Zukunft wieder Bundesliga-Handball zu bieten.“

Vorgänger Sven Köppen soll Verein erhalten bleiben

Stefan Güter folgt als Empor-Geschäftsführer auf Sven Köppen, der diese Funktion zwei Jahre lang mit großem Einsatz und Erfolg neben seinem Hauptamt als Prokurist des Rostocker Fischereihafens ausfüllte. Tobias Woitendorf dazu: „Sven Köppen ist unseren Weg der Belebung des Vereins vom ersten Tag an mitgegangen und hat großen Anteil an der wirtschaftlichen Gesundung Empors. Wir sind ihm sehr dankbar und bauen darauf, ihn mit seinen Kenntnissen und seinem Engagement in anderer Funktion beim HC Empor einbinden zu können. Er ist Teil der Empor-Familie.“ Denkbar sei ein Wechsel in den erweiterten Vorstand bei der am 14. Dezember 2020 anstehenden digitalen Mitgliederversammlung des Vereins samt Vorstandswahl.

Ostseesparkasse fördert Nachwuchs / Saphenion stützt Verpflichtung Stefan Güters

Bei der Vorstellung des neuen Geschäftsführers wurde bekannt, dass die Ostseesparkasse als Hauptsponsor des HC Empor zukünftig den Nachwuchs des Vereins noch intensiver unterstützt. Ein entsprechender Drei-Jahres-Vertrag wurde dazu unterschrieben. OSPA-Vorstand Karsten Pannwitt: „Wir sind in der Region tief verwurzelt. Da ist es für uns selbstverständlich, Rostocker Vereine wie den HC Empor zu unterstützen. Empor entwickelt sich sehr gut, was nicht zuletzt der Aufstieg der A-Jugend in die Handball-Bundesliga zeigt. Vor allem die wichtige Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen ist uns als Investition in die Zukunft ein besonderes Anliegen, das wir in den kommenden Jahren noch stärker fördern werden.“

Überdies hatte sich das Saphenion Venenzentrum im Vorfeld der Verpflichtung Stefan Güters dazu bereit erklärt, den HC Empor bei dieser zentralen Personalie finanziell zu unterstützen. Inhaber Dr. Ulf Zierau sagte: „Der Verein kann und sollte jetzt die nächsten Schritte nach vorn machen. Stefan Güter ist der richtige Mann zur richtigen Zeit. Deswegen helfen wir gern.“ Vorstandschef Tobias Woitendorf sagte dazu abschließend: „Es erfüllt uns mit Freude und Dankbarkeit, dass die vielen Partner auch in Krisenzeiten fest an unserer Seite stehen. Wir arbeiten mit voller Kraft, um das in uns gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen und Empor als Traditionsverein sicher und mit Perspektive in die Zukunft zu führen.“